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Category: Streuobstinfo

Buchbesprechung

Buchbesprechung

„Obstbäume verstehen.

Was alle Gärtnerinnen und Gärtner wissen sollten“

von Annekathrin Schmid

Die Autorin war eines Tages mit dem Besitz einer Streuobstwiese konfrontiert – allerdings ein einfach verständliches Fachbuch über die Funktionsweise eines Obstbaumes war gar nicht so leicht zu finden. Was bleibt dann übrig –  natürlich recherchieren, viel lernen und dann für alle anderen selbst ein Buch schreiben.

„Obstbäume verstehen“ versucht die Grundlagen über Obstbäume leicht verständlich, gut recherchiert und mit guten ergänzenden Bildern einfach aber möglichst vollständig darzustellen.

Wie funktioniert denn das mit der Photosynthese, warum werden die Blätter braun, was bedeutet guter Pollen, schlechter Pollen, warum wird aus dem Kern eines Apfels nicht wieder die selbe Sorte, warum fallen im Juni viele Birnen vom Baum?

Diese und noch viele andere Fragen werden anhand von zahlreichen Illustrationen auf jeweils 2 Seiten beantwortet, die Leser:innen werden mit den botanischen Grundlagen von Obstbäumen vertraut gemacht. Die unterschiedlichsten Themenbereiche wie Aufbau der Rinde, Knospen und Blüte, das Liebesleben der Obstbäume bis hin zur Sortenentstehung – sozusagen die Hintergründe des Entstehens, des Wachsens und aller anderer Abläufe im Leben von Obstbäumen – werden kurz, knackig und spannend erklärt.

Kurz gefasst ein auf jeden Fall empfehlenswertes Buch mit verständlich aufbereitetem, theoretischen Wissen für alle Obstbaumbesitzer:innen.
Sowohl für Laien als auch für Profis ist im Buch immer etwas zu finden.

Annekathrin Schmid
„Obstbäume verstehen. Was alle Gärtnerinnen und Gärtner wissen sollten“
128 Seiten, 165 Fotos, 33 Illustrationen
Haupt Verlag 2021
ISBN 978-3-258-08218-9.

Autor: Martin Engelmeier

Werden Sie Mitglied der ARGE Streuobst!

Werden Sie Mitglied der ARGE Streuobst!

Streuobstbestände als bedeutsamer Bestandteil unserer Kulturlandschaft haben mittlerweile eine mannigfaltige Bedeutung für Ökologie und Biodiversität, Wertschöpfung durch Nutzung, als Landschaftselemente, für den Tourismus und regionale Identität, Produkte mit herausragenden Eigenschaften und vieles mehr erlangt.

Seit dem Jahr 2000 kümmert sich die ARGE Streuobst österreichweit um die Erhaltung und Erneuerung von Streuostbeständen. Eine Reihe namhafter Wissenschaftler und Proponenten verschiedener Institutionen sowie private Interessenten arbeiten intensiv an der Erreichung der Vereinsziele. Die ARGE Streuobst ist als gemeinnütziger Verein aufgebaut, arbeitet ehrenamtlich und finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Projektförderungen.

Folgende Aktivitäten zeigen bereits Erfolge und geben Aussicht auf Förderung des Streuobstbaus und der Erhaltung obstgenetischer Ressourcen:

  • Durchführung von Veranstaltungen (Seminare, Workshops, Symposien, Ausstellungen u.a.), und Mitwirkung in Forschungsprojekten (wie z.B. Erhebungen von Obstsorten und –beständen).
  • Herausgabe von Publikationen wie das Streuobst-Info als Newsletter der ARGE-Streuobst.
  • Einrichtung von Arbeitsgruppen, Erstellung von Positionspapieren zum Streuobstbau und zur Erhaltung obstgenetischer Ressourcen, dadurch Parteienstellung bei streuobstrelevanten Fragen.

Obwohl die Organisation mit sehr schlanken Strukturen äußerst kostensparend tätig ist, sind für die Erstellung von Positionspapieren, Herstellung von Schulungsunterlagen und Drucksorten zu Streuobstsorten eine finanzielle Basis notwendig, die vor allem durch Mitgliedsbeiträge erreicht werden soll. Wenn Sie die Anliegen der ARGE Streuobst unterstützen wollen, freuen wir uns über Ihren Beitritt!

Arten der Mitgliedschaft:

Einzelperson                            € 25.- jährlich

Organisation, Verein etc.           € 70.-/100.-/150 je nach Anzahl der Mitglieder

Außerordentliche Mitglieder      Unterstützung der Vereinsarbeit durch Spenden

Link zur Beitrittserklärung

Link zu Formular Lastschriftmandat

Wettbewerb „Green Infrastructure goes business award“

Wettbewerb „Green Infrastructure goes business award“

Grüner Infrastrukturpreis auch für innovative Produkte und Geschäftsideen im Bereich Streuobstwiesen

Die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) startet einen Innovationswettbewerb zur Unterstützung der grünen Wirtschaft. 

Gesucht werden innovative und nachhaltige Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die eine positive Wirkung auf die Grüne Infrastruktur im Alpenraum haben.

Z.B. Landschaft und Biodiversität, Obstverwertung, Obstbe- und verarbeitung, Sensibilisierung für Natur, Naturschutz, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Renaturierung, sanfter Tourismus.

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Umweltdachverband sucht die besten Streuobst-Projekte Österreichs

Umweltdachverband sucht die besten Streuobst-Projekte Österreichs

Um auf die Bedeutung der selten gewordenen Streuobstbestände aufmerksam zu machen, ruft der Umweltdachverband zum österreichweiten Wettbewerb auf: Gesucht werden die zehn innovativsten Streuobst-Projekte und Initiativen, die sich durch kreislauforientierte Bewirtschaftung auszeichnen.

Einreichung noch bis zum 31.12.2021

Header Streuobstwettbewerb web

Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Dank ihres viel­fältigen Nahrungs- und Strukturangebots bieten sie Lebensraum für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzen­arten, darunter zahlreiche gefährdete Arten. Als Kohlenstoffspei­cher und regionale Nahrungsmittelversorger leisten sie zudem einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz. Um auf die Bedeutung der selten gewordenen Streuobstbestände für Mensch und Natur aufmerksam zu machen und die Leistung aller Akteur*innen entlang ihrer Wertschöpfungskette vor den Vorhang zu bringen, ruft der Umweltdachverband im Rahmen seines Projektes „Streuobst in Österreich – gemeinsam Vielfalt fördern und Inwertsetzung steigern“ zum österreichweiten Streuobst-Wettbewerb auf: Gesucht werden innovative Streuobst-Projekte und Initiativen von Landwirt*innen, Vermarkter*innen und anderen Akteur*innen, die sich durch kreislauforientierte Bewirtschaftung auszeichnen. Einreichungen und Nominierungen sind formlos per E-Mail möglich, Einreichschluss ist am 31. Dezember 2021.

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Der Streuobstbau soll immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden

Der Streuobstbau soll immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden

von Josef Breinesberger (AGRAR Plus)

Der Streuobstbau hat in allen Teilen Österreichs eine lange Tradition. Einen wesentlichen Aufschwung erlebte dieser durch die Pflanzaktionen, die Kaiserin Maria Theresia beauftragt hatte. Einige Bäume in den aktuellen Beständen sind noch Zeitzeugen aus dieser Ära. Der Streuobstbau war lange Zeit die Grundlage zur Versorgung der Bevölkerung mit Obst, Most, Säften und diversen anderen Verarbeitungsprodukten. Wie Zahlen der Statistik Austria belegen, war im Jahr 1930 noch ein Gesamtbestand an Obstbäumen von fast 34 Millionen Bäumen in Österreich zu finden. Mit dem Aufkommen von Bier und industriell hergestellten alkoholfreien Produkten in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts, bei gleichzeitigem Aufkommen des „Plantagen-Obstbaues“ in den 1960er-Jahren nahm der Streuobstbestand massiv ab. Eine Expertenschätzung auf der Grundlage der Agrarstrukturerhebung 2010 kommt zum Ergebnis, dass nur mehr 4,5 Millionen Streuobstbäume vorhanden sind.

ARGE Streuobst

Die ARGE Streuobst ist daher bemüht, den noch vorhandenen Streuobstbestand abzusichern und Grundlagen zur neuerlichen Inwertsetzung von Streuobst voranzubringen.

In diesem Zusammenhang sind auch die Vorgaben des Green Deal der EU bzw. der österreichischen Zielsetzungen im ÖPUL bzw. in der Biodiversitätsstrategie zu beachten. In allen diesen Bereichen bildet Streuobst eine wesentliche Säule für die Zielerreichung. Mit rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen. Zusätzlich liefern diese Bäume durch ihren Erhalt einen wesentlichen Beitrag zum Wasserhaushalt und dem örtlichen Kleinklima. Jeder erhaltene Baum trägt auch zur Kohlenstoff-Senkenfunktion bei.

Mit der Abnahme der wirtschaftlichen Bedeutung des Streuobstbaues nimmt auch das breite Wissen im Umgang mit den vielen alten regionalen Sorten und die Kenntnis um deren Verwertung ab.

Ziele der UNESCO:

Das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 beschlossen und ist 2006 in Kraft getreten. Österreich ist im Juli 2009 beigetreten. Das Übereinkommen verfolgt u.a. die Ziele das immaterielle Kulturerbe zu erhalten und das Bewusstsein für die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes und seine gegenseitige Wertschätzung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu fördern. Das immaterielle Kulturerbe bezieht sich dabei u.a. auf die Weitergabe von Wissen und Bräuchen in Bezug auf die Natur und das Universum und in traditionellen Handwerksbräuchen. Diese Zielsetzung deckt sich in weiten Bereichen mit den vielfältigen Tätigkeiten zum Erhalt des Streuobstbaues.

Durch die Öffentlichkeitsarbeit der UNESCO hat der Auszeichnungsstatus für das  immaterielle Kulturerbe zwischenzeitlichen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten.

Die ARGE Streuobst strebt daher die Anerkennung des Streuobstbaues in seinen vielfältigen Funktionen für diesen Status an, um somit in die nationale Liste der Österreichischen UNESCO-Kommission aufgenommen zu werden und diesen dann öffentlichkeitswirksam verwenden zu können. Vorbild für diese Aktivität ist Deutschland, wo Hochstamm Deutschland diesen Status für Deutschland im heurigen Jahr erreichen konnte.

Streuobstbauberatung im Südburgenland im Rahmen eines Projekts für die Zwergohreule

Streuobstbauberatung im Südburgenland im Rahmen eines Projekts für die Zwergohreule

Der Naturschutzbund Burgenland, BirdLife Österreich und die ARGE Streuobst, setzen seit 2020 ein Streuobstwiesenprojekt für die Zwergohreule im Südburgenland um.

Christian Holler

Die Zwergohreule ist in der Roten Liste für Österreich als „stark gefährdet“ eingestuft und befindet sich in der Birdlife „Ampelliste“ in der roten Stufe. Die Zwergohreule ist hierzulande ein seltener Brutvogel in wämebegünstigten Regionen, im Südburgenland gibt es derzeit rund 15 Brutpaare. Die Eule bewohnt baumreiche, halboffene Landschaften mit extensiver Nutzung, oft auch an Siedlungsrändern, z.B. alte höhlenreiche Streuobstwiesen und parkähnliche Bereiche. Als Zugvogel überwintert die kleinste heimische Eule in Afrika und hält sich nur zwischen April und August hier im Brutgebiet auf.

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ARGE Streuobst goes Social Media

ARGE Streuobst goes Social Media

Neben dem traditionellen Medium der vierteljährlich erscheinenden Streuobst-Info hat sich der Vorstand der ARGE Streuobst auch entschieden, über Aktivitäten und Neuigkeiten auf dem Streuobst-Sektor in sozialen Netzwerken zu berichten.

Seit längerem schon betreut der Obmann Hans Hartl den Facebook-Account der ARGE Streuobst. Seit diesem Herbst findet man die ARGE Streuobst auch auf Instagram. Immer aktuelle Informationen und Berichte aus dem In- und Ausland. So können wir laufend das Thema Streuobst einem breiten Publikum näherbringen.

Die Laubholzmistel – Heilpflanze und Schädling

Die Laubholzmistel – Heilpflanze und Schädling

Wolfgang Weingerl

Für die Vogelwelt sind Misteln am Baum ein reich gedeckter Tisch, besonders die Misteldrossel oder durchziehende Seidenschwänze stärken sich in den Wintermonaten an den weißen Beeren. Die Mistel ist als Heilpflanze sehr bedeutsam, wobei die manchmal behauptete Giftigkeit der grünen Pflanzenteile heute weitgehend bestritten wird. Als Kaltauszug über Nacht angesetzt und in der Früh auf Trinktemperatur gebracht kann Misteltee helfen, Blutdruckprobleme in den Griff zu bekommen. In der Alternativ- und Komplementärmedizin wird die sogenannte Misteltherapie als Krebsbehandlungsmethode angewandt.

Als Dekoration sind Mistelzweige vor allem um die Weihnachtszeit sehr beliebt, ob die Beliebtheit tatsächlich auf keltisches Brauchtum zurückgeht, sei dahingestellt.

Tatsache ist, dass das Mistelvorkommen zunehmend ist und die ausgiebige Verwendung der Misteln für gesundheitliche oder dekorative Verwendungen kaum den Platz unserer einheimischen Laubholz-Mistel auf der Liste gefährdeter Pflanzen rechtfertigt.

Wolfgang Weingerl Vergreister Apfelbaum im letzten Lebensstadium

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Buchbesprechung

Buchbesprechung

Streuobstwirtschaft – Aufbruch zu einem neuen sozial-ökologischen Unternehmertum

oekom Verlag

Erkläre mir die Streuobstwiese und verstehe die ganze Welt

Schon im Vorwort wird der Anspruch postuliert, der sich durch die ganzen knappen 200 Seiten des Buches zieht: Eine – auch wirtschaftlich – erfolgreiche Streuobstbewirtschaftung ist nicht nur wünschenswert, sondern auch möglich. Die Grundlage dafür soll ein sozialökologisches Unternehmertum sein. Was genau das ist und warum gerade diese Art zu wirtschaften sich perfekt für die erfolgreiche Streuobstbewirtschaftung eignet, wird in 5 Kapiteln und 5 Reflexionen mit dem Praktiker und Unternehmensberater Martin Barde und seiner Frau und Mitstreiterin Meike erörtert.

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Besser von der Streuobstwiese – höhere Polyphenolgehalte in Apfelsäften und -produkten aus Streuobst

Besser von der Streuobstwiese – höhere Polyphenolgehalte in Apfelsäften und -produkten aus Streuobst

Äpfel enthalten viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, darunter auch Polyphenole. Sie sind an der Geschmacks- und Farbbildung der Früchte beteiligt, sie wirken antioxidativ und schützen daher vor Zellschädigungen durch freie Radikale, also vorbeugend vor Arteriosklerose und Krebs. Außerdem spielen sie bei Apfelallergikern eine Rolle, was die Verträglichkeit von Äpfeln betrifft.

Die Gehalte variieren sortenabhängig. „Alte Sorten“, die vorwiegend im Streuobstbau zu finden sind, haben oft einen sauren und herben Geschmack, der mit höheren Gehalten an Polyphenolen einhergeht als moderne Züchtungen, die vorherrschend süß schmecken. Beim Anschneiden der Früchte oxidieren Polyphenole, das Fruchtfleisch wird braun, ein weiterer Makel, der bei neuen Sorten weggezüchtet wurde.

Daniela Noll

In Apfelsäften, die bekanntlich aus Streuobstbau stammten, fanden wir etwa doppelt so hohe Polyphenolgehalte (1004 mg/l) als in jenen aus dem Tafelanbau (469 mg/l) und aus dem Handel (517 mg/l).

In sortenreinen Säften von älteren Sorten (‘Damasonsrenette’, ‘Greillensteiner Marillenapfel’ und ‘Bohnapfel’), die insbesondere im Streuobstbau vorkommen, waren mit 1300 mg/l deutlich höhere Werte zu finden als bei Neueren aus dem modernen Tafelobstanbau (z.B. ‘Idared‘ mit 450 mg/l). Einige neuere Züchtungen (‘Opal’, ‘Pinova’ und ‘Topaz‘) erzielten dagegen ähnliche Werte (700-900 mg/l) wie ältere Sorten (Berner Rosenapfel, Adersleber Kalvill) mit vergleichsweise geringeren Gehalten.

Daniela Noll

Bei Apfelspalten von regionalen Verarbeitern konnten höhere Werte (750 mg/100g) an Polyphenolen gefunden werden als in einem Vergleichsprodukt aus dem Handel (187 mg/100g). Die Produkte aus Streuobst wiesen im Vergleich zum Tafelobst etwas höhere Gesamtpolyphenolgehalte auf, wobei der Unterschied zwischen den sortenreinen Apfelringen von ‘Ontario’ (759 mg/100g) und ‘Topaz’ (293 mg/100g) deutlicher ausfiel als bei den Mischprodukten aus Streuobst (747 mg/100g) im Vergleich zu Tafelobst (688 mg/100g).

Streuobstwiesen mit ihren polyphenolreichen Sorten sind also eine wertvolle Grundlage für qualitativ hochwertige, gesundheitsfördernde und gut verträgliche Produkte.

Daniela Noll, Andreas Spornberger, Federica De Berardinis, BOKU Wien, Institut für Wein- und Obstbau,
E-Mail: daniela.noll@boku.ac.at

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info@argestreuobst.at




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