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Kategorie: Streuobstinfo

Wettbewerb „Green Infrastructure goes business award“

Wettbewerb „Green Infrastructure goes business award“

Grüner Infrastrukturpreis auch für innovative Produkte und Geschäftsideen im Bereich Streuobstwiesen

Die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) startet einen Innovationswettbewerb zur Unterstützung der grünen Wirtschaft. 

Gesucht werden innovative und nachhaltige Ideen, Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, die eine positive Wirkung auf die Grüne Infrastruktur im Alpenraum haben.

Z.B. Landschaft und Biodiversität, Obstverwertung, Obstbe- und verarbeitung, Sensibilisierung für Natur, Naturschutz, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Renaturierung, sanfter Tourismus.

Was ist Grüne Infrastruktur?

Die Grüne Infrastruktur (GI) ist ein Netzwerk von Naturräumen mit hoher ökologischer Qualität, die Dienstleistungen für die Gesellschaft und Wirtschaft erbringt.

Dieser Grüne Infrastrukturpreis ist eine neue Initiative zur Förderung der Grünen Wirtschaft im Gebiet des EU-Förderprogramms „Alpenraumprogramm“ sowie der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP).  Finanziell wird der Wettbewerb unterstützt vom deutschen Bundesamt für Naturschutz, die organisatorische Betreuung wird durch PLANVAL durchgeführt.

Haben Sie innovative Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle oder Ideen, die einen positiven Einfluss auf die Grüne Infrastruktur (= Naturräume mit hoher ökologischer Qualität) haben?

Wir sind auf der Suche nach innovativen Ideen! 

Reichen Sie Ihren Vorschlag bis zum 10. Januar 2022 ein!

Die Teilnahme ist einfach: Füllen Sie das kurze Antragsformular aus und senden es anmanuela.brueckler@salzburg.gv.at . Frau Brückler und ihr Team übersetzen dann den Antrag ins Englische und leiten diesen an die zuständige Stelle weiter. Frau Brückler ist auch gerne bereit, anfallende Fragen zum Anmeldeformular zu beantworten. Tel. Nr. 0662/623455-24.

Jeder aus dem Alpenraum kann teilnehmen: Start-ups, alteingesessene Unternehmen, Institutionen, Vereine, Privatpersonen und/oder Teams

Eine internationale Jury wird 6 Gewinner auswählen.

Was gibt es zu gewinnen?

  • Maßgeschneidertes Coaching, um Ihr Unternehmen oder Ihre Idee auf die nächste Stufe zu bringen.
  • Internationale Vernetzung mit anderen Unternehmen, Experten, Sponsoren usw.
  • Pitch vor einem internationalen Publikum bei einer großen öffentlichen Veranstaltung in Italien.
  • Präsentation auf unserer EUSALP-Website.

Weitere Informationen finden Sie unter www.gi-goes-business.eu

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen und innovativen Ideen!

Umweltdachverband sucht die besten Streuobst-Projekte Österreichs

Umweltdachverband sucht die besten Streuobst-Projekte Österreichs

Um auf die Bedeutung der selten gewordenen Streuobstbestände aufmerksam zu machen, ruft der Umweltdachverband zum österreichweiten Wettbewerb auf: Gesucht werden die zehn innovativsten Streuobst-Projekte und Initiativen, die sich durch kreislauforientierte Bewirtschaftung auszeichnen.

Einreichung noch bis zum 31.12.2021

Header Streuobstwettbewerb web

Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Dank ihres viel­fältigen Nahrungs- und Strukturangebots bieten sie Lebensraum für mehr als 5.000 Tier- und Pflanzen­arten, darunter zahlreiche gefährdete Arten. Als Kohlenstoffspei­cher und regionale Nahrungsmittelversorger leisten sie zudem einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz. Um auf die Bedeutung der selten gewordenen Streuobstbestände für Mensch und Natur aufmerksam zu machen und die Leistung aller Akteur*innen entlang ihrer Wertschöpfungskette vor den Vorhang zu bringen, ruft der Umweltdachverband im Rahmen seines Projektes „Streuobst in Österreich – gemeinsam Vielfalt fördern und Inwertsetzung steigern“ zum österreichweiten Streuobst-Wettbewerb auf: Gesucht werden innovative Streuobst-Projekte und Initiativen von Landwirt*innen, Vermarkter*innen und anderen Akteur*innen, die sich durch kreislauforientierte Bewirtschaftung auszeichnen. Einreichungen und Nominierungen sind formlos per E-Mail möglich, Einreichschluss ist am 31. Dezember 2021.

Streuobstwiesen sind Eldorados der Biodiversität
„Nach Schätzungen gibt es allein in Österreich mehr als 3.000 verschiedene Obstsorten – mög­lich ist das nur dank traditioneller Streuobstwie­sen, die als wahre Eldorados der Biodiversität fungieren. Ihr Weiterbestand ist jedoch nur gesichert, wenn sie gepflegt und bewirtschaftet werden. Mit unserem Wettbewerb wollen wir die Leistung dieser Naturparadiese für Regionalentwicklung, Natur und Kulturlandschaft und der Menschen, die dafür tagtäglich immensen Einsatz bringen, ins Bewusstsein rücken. Wir freuen uns auf zahlreiche vielfältige und spannende Einreichungen“, sagt Judith Drapela-Dhiflaoui, Biodiversitätsexpertin des Umweltdachverbandes.

10 Best-Practice-Beispiele als Inspiration, Mutmacher und Impulsgeber
Die zehn innovativsten Projekte werden auf der Website des Umweltdachverbandes und seiner Projektpartner ARGE Streuobst, LEADER Region Lipizzanerheimat und Naturpark Ötscher-Tormäuer als Best-Practice-Beispiele für vorbildliche Streuobst-Bewirtschaftung präsentiert.

Projektinfos: https://www.umweltdachverband.at/inhalt/apfel-birne-los-umweltdachverband-sucht-die-besten-streuobst-projekte-oesterreichs

Kontakt für Einreichungen und Nominierungen:



Betreff: Streuobst-Wettbewerb 2021
z.H. Judith Drapela-Dhiflaoui
E-Mail: judith.drapela-dhiflaoui@umweltdachverband.at

Der Streuobstbau soll immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden

Der Streuobstbau soll immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden

von Josef Breinesberger (AGRAR Plus)

Der Streuobstbau hat in allen Teilen Österreichs eine lange Tradition. Einen wesentlichen Aufschwung erlebte dieser durch die Pflanzaktionen, die Kaiserin Maria Theresia beauftragt hatte. Einige Bäume in den aktuellen Beständen sind noch Zeitzeugen aus dieser Ära. Der Streuobstbau war lange Zeit die Grundlage zur Versorgung der Bevölkerung mit Obst, Most, Säften und diversen anderen Verarbeitungsprodukten. Wie Zahlen der Statistik Austria belegen, war im Jahr 1930 noch ein Gesamtbestand an Obstbäumen von fast 34 Millionen Bäumen in Österreich zu finden. Mit dem Aufkommen von Bier und industriell hergestellten alkoholfreien Produkten in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts, bei gleichzeitigem Aufkommen des „Plantagen-Obstbaues“ in den 1960er-Jahren nahm der Streuobstbestand massiv ab. Eine Expertenschätzung auf der Grundlage der Agrarstrukturerhebung 2010 kommt zum Ergebnis, dass nur mehr 4,5 Millionen Streuobstbäume vorhanden sind.

Die ARGE Streuobst ist daher bemüht, den noch vorhandenen Streuobstbestand abzusichern und Grundlagen zur neuerlichen Inwertsetzung von Streuobst voranzubringen.

In diesem Zusammenhang sind auch die Vorgaben des Green Deal der EU bzw. der österreichischen Zielsetzungen im ÖPUL bzw. in der Biodiversitätsstrategie zu beachten. In allen diesen Bereichen bildet Streuobst eine wesentliche Säule für die Zielerreichung. Mit rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen. Zusätzlich liefern diese Bäume durch ihren Erhalt einen wesentlichen Beitrag zum Wasserhaushalt und dem örtlichen Kleinklima. Jeder erhaltene Baum trägt auch zur Kohlenstoff-Senkenfunktion bei.

Mit der Abnahme der wirtschaftlichen Bedeutung des Streuobstbaues nimmt auch das breite Wissen im Umgang mit den vielen alten regionalen Sorten und die Kenntnis um deren Verwertung ab.

Ziele der UNESCO:

Das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 beschlossen und ist 2006 in Kraft getreten. Österreich ist im Juli 2009 beigetreten. Das Übereinkommen verfolgt u.a. die Ziele das immaterielle Kulturerbe zu erhalten und das Bewusstsein für die Bedeutung des immateriellen Kulturerbes und seine gegenseitige Wertschätzung auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu fördern. Das immaterielle Kulturerbe bezieht sich dabei u.a. auf die Weitergabe von Wissen und Bräuchen in Bezug auf die Natur und das Universum und in traditionellen Handwerksbräuchen. Diese Zielsetzung deckt sich in weiten Bereichen mit den vielfältigen Tätigkeiten zum Erhalt des Streuobstbaues.

Durch die Öffentlichkeitsarbeit der UNESCO hat der Auszeichnungsstatus für das  immaterielle Kulturerbe zwischenzeitlichen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft erhalten.

Die ARGE Streuobst strebt daher die Anerkennung des Streuobstbaues in seinen vielfältigen Funktionen für diesen Status an, um somit in die nationale Liste der Österreichischen UNESCO-Kommission aufgenommen zu werden und diesen dann öffentlichkeitswirksam verwenden zu können. Vorbild für diese Aktivität ist Deutschland, wo Hochstamm Deutschland diesen Status für Deutschland im heurigen Jahr erreichen konnte.

Streuobstbauberatung im Südburgenland im Rahmen eines Projekts für die Zwergohreule

Streuobstbauberatung im Südburgenland im Rahmen eines Projekts für die Zwergohreule

Der Naturschutzbund Burgenland, BirdLife Österreich und die ARGE Streuobst, setzen seit 2020 ein Streuobstwiesenprojekt für die Zwergohreule im Südburgenland um.

Christian Holler

Die Zwergohreule ist in der Roten Liste für Österreich als „stark gefährdet“ eigestuft und befindet sich in der Birdlife „Ampelliste“ in der roten Stufe. Die Zwergohreule ist hierzulande ein seltener Brutvogel in wämebegünstigten Regionen, im Südburgenland gibt es derzeit rund 15 Brutpaare. Die Eule bewohnt baumreiche, halboffene Landschaften mit extensiver Nutzung, oft auch an Siedlungsrändern, z.B. alte höhlenreiche Streuobstwiesen und parkähnliche Bereiche. Als Zugvogel überwintert die kleinste heimische Eule in Afrika und hält sich nur zwischen April und August hier im Brutgebiet auf.

Im Rahmen des Projektes wird der Lebensraum und das Nahrungsangebote im südburgenländischen Brutgebiet untersucht. Als Ergebnis wird ein Maßnahmenkatalog mit Handlungsanleitungen zur Verbesserung des Lebensraumes für die Zwergohreule erstellt. Begleitend werden in den Gemeinden des Projektgebietes in den Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf, Beratungen für die Streuobstwiesenbesitzer und Bewirtschafter angeboten.

Bei Interesse an einer Beratung zu Obstsorten, Jung- und Altbaumpflege sowie Obstbaumpflanzung in Ihrer Streuobstwiese, kontaktieren Sie DI Christian Holler, Tel. 0664/4773149, Email: c. holler@tb-holler.at.

Eine kostenlose vor Ort Beratungen ist im Rahmen des Projekts in folgenden Gemeinden möglich: Markt Allhau, Wolfau, Ollersdorf, Wörterberg, Stinatz, Hackerberg, Burgauberg-Neudauberg, Stegersbach, Rohr im Burgenland, Kukmirn, Gerersdorf-Sulz, Güssing, Heiligenbrunn, Kleinmürbisch, Inzenhof, Neustift bei Güssing, Tschanigraben, Großmürbisch, sowie in allen Gemeinden des Bezirks Jennersdorf.

Weitere Infos zum Projekt: https://www.naturschutzbund-burgenland.at/voegel/zwergohreule

ARGE Streuobst goes Social Media

ARGE Streuobst goes Social Media

Neben dem traditionellen Medium der vierteljährlich erscheinenden Streuobst-Info hat sich der Vorstand der ARGE Streuobst auch entschieden, über Aktivitäten und Neuigkeiten auf dem Streuobst-Sektor in sozialen Netzwerken zu berichten.

Seit längerem schon betreut der Obmann Hans Hartl den Facebook-Account der ARGE Streuobst. Seit diesem Herbst findet man die ARGE Streuobst auch auf Instagram. Immer aktuelle Informationen und Berichte aus dem In- und Ausland. So können wir laufend das Thema Streuobst einem breiten Publikum näherbringen.

Die Laubholzmistel – Heilpflanze und Schädling

Die Laubholzmistel – Heilpflanze und Schädling

Wolfgang Weingerl

Für die Vogelwelt sind Misteln am Baum ein reich gedeckter Tisch, besonders die Misteldrossel oder durchziehende Seidenschwänze stärken sich in den Wintermonaten an den weißen Beeren. Die Mistel ist als Heilpflanze sehr bedeutsam, wobei die manchmal behauptete Giftigkeit der grünen Pflanzenteile heute weitgehend bestritten wird. Als Kaltauszug über Nacht angesetzt und in der Früh auf Trinktemperatur gebracht kann Misteltee helfen, Blutdruckprobleme in den Griff zu bekommen. In der Alternativ- und Komplementärmedizin wird die sogenannte Misteltherapie als Krebsbehandlungsmethode angewandt.

Als Dekoration sind Mistelzweige vor allem um die Weihnachtszeit sehr beliebt, ob die Beliebtheit tatsächlich auf keltisches Brauchtum zurückgeht, sei dahingestellt.

Tatsache ist, dass das Mistelvorkommen zunehmend ist und die ausgiebige Verwendung der Misteln für gesundheitliche oder dekorative Verwendungen kaum den Platz unserer einheimischen Laubholz-Mistel auf der Liste gefährdeter Pflanzen rechtfertigt.

Wolfgang Weingerl Vergreister Apfelbaum im letzten Lebensstadium

Das starke Auftreten der Mistel vor allem in den Pappel-Auen hat auch noch zwei weitere Gründe: Erstens wird es in den Wintern aufgrund der Klimaerwärmung kaum mehr lange genug kalt, um die Misteln zu schädigen. Zweitens sind die “Austreifen” neben den Flüssen, in Windschutzgürtel und die Streuobstbestände oft nur mehr die letzten Rückzugsgebiete für die Vogelbestände in der sonst “ausgeräumten” Landschaft. Nur mehr dort finden sie ausreichend Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten und tragen dadurch natürlich zu einer verstärkten Ausbreitung bei. Ein Beispiel dafür, dass der Einfluss der menschlichen Tätigkeit oft an unvermuteter Stelle, erst am zweiten Blick sichtbar und eventuell auch zum Problem wird.

Biologie der Mistel

Neben der Tannenmistel und der Kiefernmistel ist die Laubholzmistel (Viscum album ssp. album) in unseren Breiten die häufigste Unterart, die in manchen Regionen großflächig Pappeln und Obstbäume bewohnt. Vögel sind die Verbreiter der klebrigen Samen, die durch ihren Klebstoff Viscin zuerst an den Schnäbeln der Vögel, später an den Zweigen ihrer zukünftigen Wirtsbäume anhaften, bevor sich aus den Samen ein dünner Schlauch in das Zellgewebe der Rinde einwächst und dort die Saftleitungsbahnen anzapft. Übrigens ist die Bezeichnung für die Fließfähigkeit von Flüssigkeiten – Viskosität – auch auf dieses Viscin zurückzuführen.

Wolfgang Weingerl Junge Mistel mit freigelegten Haustorien

Durch die Fähigkeit der Mistelpflanze, stärker zu transpirieren, damit den Saftstrom zu verstärken und dadurch den erhöhten eigenen Stickstoffbedarf zu decken, bringt die Mistel die weiter außen liegenden Astpartien sukzessive zum Vertrocknen und Absterben. Misteln sind bis ca. -25°C frosthart, assimilieren auch nach dem Laubfall des Wirtbaumes bis zum Frosteintritt weiter und können dadurch ihren Wettbewerbsvorteil in der Krone weiter ausbauen. Zudem beginnt die Mistel im Frühjahr zeitiger mit dem Wachstum als der Baum selbst und hat dadurch einen Vorteil. Was bei Intensiv-Obstanlagen durch den starken Umtrieb kein Problem darstellt, wird bei Streuobstbäumen vor allem in der Nähe von Mischwäldern mit hohem Pappel- oder Lindenanteil immer mehr zum Problem. Wenn Streuobstbäume nicht jährlich geschnitten werden (was ja als Argument für Streuobstbau angeführt wird), gibt das den Misteln Gelegenheit, unbehelligt die Bäume zu besiedeln und sich stark zu vermehren. Oft sind diese Obstbäume auch nicht mehr vital genug, um nach scharfem Schnitt und Entfernen der Mistel-Wirtsäste genug neue Austriebe für eine Regeneration der Bäume zu produzieren.

Methoden der Bekämpfung

Über die Haustorien (quasi Wurzeln der Mistel im Bast der Wirtsrinde) ist der Schmarotzer gut am Wirt verankert und treibt auch beim Rückschnitt der Mistel wieder kräftig aus. Die Haustorien reichen im Bast oft bis 30 cm in beide Richtungen des Astes und können nur mitsamt dem Ast weggeschnitten werden. Dies ist auch die wirksamste Maßnahme, stellt aber in der Praxis durch mitunter große Höhen der Bäume ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob bei stark überbauten Kronen und nicht beerntbaren Astpartien nicht sowieso schon etwas versäumt wurde. Wo man beim Baumschnitt nicht ohne großen Aufwand hingelangt, wird man auch kaum leicht Obst ernten können. Um bei bereits in Altersruhe befindlichen Obstbäumen eine Revitalisierung zu starten, ist ein entsprechender Eingriff in die Krone und dadurch auch ein Anregen der Wurzelerneuerung unumgänglich. Wenn sich im ersten Jahr nach dem Schnitt ausreichend neue Triebe gebildet haben, können wir leichter von der Mistel befallene Äste auf Neuaustriebe zurücksetzen.

Wichtig ist hier, dass die Triebkraft des befallenen Baumes nachhaltig und konsequent gefördert wird. Ansonsten kommt es durch die Schnittwunden an den Bäumen zu einem verstärkten Befall durch weitere “Schwächeparasiten”, wie zum Beispiel dem Zunderschwamm (Fomen fomentarius). Dieser ist in der gleichen ökologischen Nische wie die Mistel zu finden (“Weichholz”-betonte Bestände in relativ niederen Lagen) und sorgt dort für den Abbau der altersschwachen Bäume. Bedeutsam ist das deshalb, weil er die Weißfäule verursacht, die auch an unseren Obstbäumen Starkholzbrüche verursachen können.

Wolfgang Weingerl

Bei Mistelbefall auf starken Leitästen oder im Stammbereich ist ein Entfernen natürlich nicht ganz so einfach. Ein Ausschneiden von kleineren Misteln mitsamt ihren Haustorien ist nur bei Bäumen mit ausreichender Vitalität zur Wundversorgung möglich. Ansonsten kann nur versucht werden, die Mistel „zu blenden“. Dazu wird der äußere Bereich der Mistelpflanze sauber weggeschnitten und zur Verhinderung des Neuaustriebes der Pflanze das Licht entzogen. Lichtundurchlässiges Material wie z.B. Teichfolie wird so um den Bereich des Mistelbefalls gelegt, dass der beginnende Neuaustrieb über zwei Saisonen lang kein Licht erhält. Das muss aber über die ganze Länge der Haustorien erfolgen, sonst treibt der im Ast befindliche Teil wieder aus! Vorsicht ist aber auch hier geboten: Staunässe oder Einschnürungen des Baumes sind zu vermeiden, da auch Fäulnis/Pilzbefall und mechanische Schäden dem Obstbaum nicht förderlich sind.

Wolfgang Weingerl Äußerlich unsichtbar: die Haustorien greifen weit in die Astlänge hinein (braune Linien im Holz).

Aussichten

In Gebieten mit starkem Befallsdruck durch Misteln ist eine zeitintensive Pflege der Streuobstbestände unumgänglich. Durch die Wuchshöhe der Bäume, von denen Mistelsamen auf die Obstbäume verschleppt werden, ist ein Freihalten von Misteln aussichtslos. Neben der Vergreisung der Streuobstbestände und Rodungen wegen mangelnder Nutzung stellt die Mistel mit rapidem Absterben von Astpartien und Zugrundegehen die Hauptbedrohung von Streuobstbeständen dar.

Wolfgang Weingerl Freistehende Linde als „Keimzelle“ des Befalldruckes durch Misteln

Verstärkt gilt auch hier wieder: Wer seine Bäume nicht ausreichend beobachtet und rechtzeitig reagiert, wird kaum Erfolg haben! Die ökonomische Bedeutung der Bestände muss durch Hebung der Wertschöpfung im gleichen Maß wie die Bereitschaft zur Pflege der Bäume steigen.

Buchbesprechung

Buchbesprechung

Streuobstwirtschaft – Aufbruch zu einem neuen sozial-ökologischen Unternehmertum

oekom Verlag

Erkläre mir die Streuobstwiese und verstehe die ganze Welt

Schon im Vorwort wird der Anspruch postuliert, der sich durch die ganzen knappen 200 Seiten des Buches zieht: Eine – auch wirtschaftlich – erfolgreiche Streuobstbewirtschaftung ist nicht nur wünschenswert, sondern auch möglich. Die Grundlage dafür soll ein sozialökologisches Unternehmertum sein. Was genau das ist und warum gerade diese Art zu wirtschaften sich perfekt für die erfolgreiche Streuobstbewirtschaftung eignet, wird in 5 Kapiteln und 5 Reflexionen mit dem Praktiker und Unternehmensberater Martin Barde und seiner Frau und Mitstreiterin Meike erörtert.

Grundtenor ist: „Wirtschaft“ und „Wirtschaftlichkeit“, sollen aus dem Diktat der gängigen Wirtschaftswissenschaften herausgelöst werden und auch andere Parameter als die üblichen Kennzahlen (zum Beispiel: Rendite, Stückkosten, etc.) heranziehen. Auf den Streuobstgarten bezogen wird schon gleich zu Beginn postuliert, dass ein Apfel eben nicht gleich ein Apfel ist. Er ist die Summe seiner Eigenschaften, die auf Sorte, Unterlage, Bewirtschaftungsmethode, Einflüssen der Flora und Fauna etc. beruhen. Diese Eigenschaften kommen nach Ansicht der Autoren in der heute gängigen Betriebswirtschaft nur selten „in die Rechnung“ hinein. Stattdessen geht es um das austauschbare Produkt „Apfel“, dass nach „Kochrezept“ in genau getakteten und auf Ertrag optimierten Niederstammanlagen produziert wird. Mit all seinen Folgen für die Umwelt, die KonsumentInnen und letztlich auch die BewirtschafterInnen. Im Grunde ist es egal, ob die produzierte Ware Apfel, Waschmaschine oder Laptop heißt, die Grundregeln für den wirtschaftlichen Erfolg sind die Gleichen.

Dem stellen die Autoren ein anderes Denkmuster entgegen: Die Möglichkeit einer Wirtschaft die sich an der Vielfalt der Natur mit ihren zahlreichen Wechselwirkungen orientiert. Dafür müssen allerdings auch die Denkmuster der letzten 300 Jahre der Ökonomie durchbrochen werden. Was heißt Wirtschaft? Was heißt Natur? Was ist ein Unternehmer? Was wäre demnach eine sozialökologische Wirtschaft? Und wie könnte die aussehen?

Das Credo des Buches lautet also: Es geht auch um die eigene Mündigkeit, darum sich das „Wirtschaften“ wieder zurückzuholen. Die „richtigen Dinge“ zu tun, statt der „notwendigen“, deren Notwendigkeit von anderen festgelegt wird, die meist kaum einen fachspezifischen Hintergrund haben und von höheren Dogmen geleitet werden.

Ein hehrer Anspruch, der natürlich in der Kürze kaum abzuarbeiten ist. Dennoch finden sich sehr interessante Aspekte:

Gleich im 1. Kapitel findet sich zum Beispiel eine sehr gute Definition was Streuobstwiesen ausmacht wieder (die sehr ähnlich der österreichischen Streuobstdefinition ist). Daran wird richtigerweise gleich angeschlossen, dass Streuobstwiesen oft romantisierend mit einer „wirtschaftsfernen“ (=unrentablen) Praxis assoziiert werden. Sie per se als platzverschwenderisch, aufwendig in der Pflege und unrentabel im Ertrag erscheinen. Die positiven Eigenschaften in Bezug auf Biodiversität, Sortenvielfalt, als Platz zum Lernen und Leben, ermöglichen ihr aber ein Überleben als romantisierendes Disneyland eine (noch) heilen, biodiversen Welt. Ein „Werbegag“, ein Sujet, mit dem dann andere reüssieren. Die teils sehr pointiert geschriebenen Zeilen, treffen die Situation und werden sicher nicht nur in Deutschland so empfunden.

Aus dieser Analyse heraus versucht das Buch den Obstgarten und seine menschlichen „BewirtschafterInnen“ aus dem doppelten Würgegriff von Romantik und Rendite zu befreien. Dies wird anhand von praktischen Beispielen und theoretischen Absätzen diskutiert.

Wer allerdings konkrete Handlungsanleitungen, also einen Leitfaden für die oben genannte sozialökologische Wirtschaftsweise gesucht hat, der wird enttäuscht. Im Buch finden sich aber zahlreiche und gut ausformulierte Aspekte und Analysen, inwiefern und unter welchen Bedingungen eine „wirtschaftlich erfolgreiche“ Streuobstbewirtschaftung möglich sein könnte. Sozusagen als Checkliste zur Selbstermächtigung.

Mehr kann man von 200 Seiten zu einem komplexen und kontroversen Thema aber auch nicht erwarten. Selbst Denken, selbst Tun und selbst Wirtschaften ist also gefragt. Ganz im Sinne der sozialökologischen Wirtschaftsweise also.

Abschließend noch was Persönliches: Unglaublich erscheinen der Autorin dieser Zeilen allerdings, wie ein Buch, das noch keine 2 Jahre alt ist, aufgrund der laufenden Pandemie, und der daraus erwachsenden gesellschaftspolitischen Veränderungen, fast schon wieder bieder daherkommen kann, obwohl es so viel Sprengkraft enthält, wenn es mit dem nötigen offenen Horizont gelesen wird.

Es zeigt, dass das Kleine mit dem Großen zusammenhängt und nie unabhängig voneinander gelesen und verstanden werden kann. Dieser Frage wird sich auch die postulierte sozialökologische Wirtschaftsweise im Streuobstgarten irgendwann einmal stellen müssen. Aber das ist eine andere Geschichte…

Das Buch wurde rezensiert von Katharina Varadi-Dianat

Bibliographie:

Martin Barde, Lars Hochmann: Streuobstwirtschaft – Aufbruch zu einem neuen sozial-ökologischen Unternehmertum, 2019; Verlag oekom (Gesellschaft für ökologische Kommunikation mbH, München, D)

ISBN:978-3-96238-092-2

https://www.oekom.de/buch/streuobstwirtschaft-9783962380922

Besser von der Streuobstwiese – höhere Polyphenolgehalte in Apfelsäften und -produkten aus Streuobst

Besser von der Streuobstwiese – höhere Polyphenolgehalte in Apfelsäften und -produkten aus Streuobst

Äpfel enthalten viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe, darunter auch Polyphenole. Sie sind an der Geschmacks- und Farbbildung der Früchte beteiligt, sie wirken antioxidativ und schützen daher vor Zellschädigungen durch freie Radikale, also vorbeugend vor Arteriosklerose und Krebs. Außerdem spielen sie bei Apfelallergikern eine Rolle, was die Verträglichkeit von Äpfeln betrifft.

Die Gehalte variieren sortenabhängig. „Alte Sorten“, die vorwiegend im Streuobstbau zu finden sind, haben oft einen sauren und herben Geschmack, der mit höheren Gehalten an Polyphenolen einhergeht als moderne Züchtungen, die vorherrschend süß schmecken. Beim Anschneiden der Früchte oxidieren Polyphenole, das Fruchtfleisch wird braun, ein weiterer Makel, der bei neuen Sorten weggezüchtet wurde.

Daniela Noll

In Apfelsäften, die bekanntlich aus Streuobstbau stammten, fanden wir etwa doppelt so hohe Polyphenolgehalte (1004 mg/l) als in jenen aus dem Tafelanbau (469 mg/l) und aus dem Handel (517 mg/l).

In sortenreinen Säften von älteren Sorten (‘Damasonsrenette’, ‘Greillensteiner Marillenapfel’ und ‘Bohnapfel’), die insbesondere im Streuobstbau vorkommen, waren mit 1300 mg/l deutlich höhere Werte zu finden als bei Neueren aus dem modernen Tafelobstanbau (z.B. ‘Idared‘ mit 450 mg/l). Einige neuere Züchtungen (‘Opal’, ‘Pinova’ und ‘Topaz‘) erzielten dagegen ähnliche Werte (700-900 mg/l) wie ältere Sorten (Berner Rosenapfel, Adersleber Kalvill) mit vergleichsweise geringeren Gehalten.

Daniela Noll

Bei Apfelspalten von regionalen Verarbeitern konnten höhere Werte (750 mg/100g) an Polyphenolen gefunden werden als in einem Vergleichsprodukt aus dem Handel (187 mg/100g). Die Produkte aus Streuobst wiesen im Vergleich zum Tafelobst etwas höhere Gesamtpolyphenolgehalte auf, wobei der Unterschied zwischen den sortenreinen Apfelringen von ‘Ontario’ (759 mg/100g) und ‘Topaz’ (293 mg/100g) deutlicher ausfiel als bei den Mischprodukten aus Streuobst (747 mg/100g) im Vergleich zu Tafelobst (688 mg/100g).

Streuobstwiesen mit ihren polyphenolreichen Sorten sind also eine wertvolle Grundlage für qualitativ hochwertige, gesundheitsfördernde und gut verträgliche Produkte.

Daniela Noll, Andreas Spornberger, Federica De Berardinis, BOKU Wien, Institut für Wein- und Obstbau,
E-Mail: daniela.noll@boku.ac.at

Hartwiß Gelbe Zwetschke

Hartwiß Gelbe Zwetschke

Streuobstsorte des Jahres 2022

Hartwiß Gelbe Zwetschke
Siegfried Bernkopf Hartwiß Gelbe Zwetschke

Allgemeine Beschreibung

„Hartwiß Gelbe Zwetschke“ wurde in den 30iger-Jahren des 19. Jhdts vom Apotheker und Pomologen Georg Liegel (1779-1861) in Braunau/Inn aus den Fruchtsteinen der Sorte „Gelbe Frühzwetsche“ gezogen. Er widmete diese Sorte seinem Pomologenkollegen Nicolai Anders Hartwiß (1793-1860), Direktor der kaiserlich-russischen Gärten in Nikita auf der Krim. Liegel beschrieb diese Sorte erstmals 1846. Eine weitere ausführliche Beschreibung folgte 1861 durch Oberdieck.

Von den vielen Pflaumenzüchtungen Liegels schien bis vor wenigen Jahrzehnten nichts erhalten geblieben zu sein. Um 1988 wurde in Wallern (Oberösterreich) eine gelbe Zwetschke mit dem Namen „Goldtropfen“ entdeckt. Leider wurde der alte Baum umgeschnitten, bevor Reiser geschnitten werden konnten. Vor wenigen Jahren wurde dieselbe Sorte in Lasberg (Mühlviertel) auf einem alten Baum angetroffen, anschließend auf mehreren Standorten abgesichert und pomologisch sowie zuletzt auch molekulargenetisch geprüft. Dabei kam letztlich heraus, dass es sich dabei nicht, wie ursprünglich vermutet, um die Sorte „Coes Golden Drop“ handelt, sondern um Liegels „Hartwiß Gelbe Zwetschke“. Interessant ist, dass die Gen-Analyse zwar eine Übereinstimmung mit einem deutschen Vergleichsmuster ergab, im pomologischen Vergleich, insbesondere was die Fruchtsteinmorphologie betrifft, geringe Abweichungen gegeben waren.

„Hartwiß Gelbe Zwetschke“ ist vor allem wegen der sehr charakteristischen Fruchtform (kurze zitzenartige Mündung beim Stielansatz, „Schwangerenbauch“ in der Seitenansicht) nahezu unverwechselbar. Sie ist wegen des mittelstark ausgeprägten sortentypischen Aromas und des vom Fruchtstein leicht lösbaren Fruchtfleisches eine gesuchte Sorte für den Frischverzehr, aber auch in der Küche bzw. bei der Herstellung von hochwertigen Destillaten ausgezeichnet verwendbar.

In Anbetracht dieser besonderen Eigenschaften, ihrer historischen Bedeutung und interessanten Wiederentdeckungsgeschichte hat sich die ARGE Streuobst entschieden, „Hartwiß Gelbe Zwetschke“ als Streuobstsorte des Jahres 2022 festzulegen, der Bevölkerung bekannt zu machen und für ihre Erhaltung zu sorgen.

Siegfried Bernkopf ca. 70-jähriger Hochstamm, Lasberg

Pomologische Beschreibung

Synonyme, Herkunft, Verbreitung: in Oberösterreich fälschlich “Goldtropfen”; von GEORG LIEGEL um 1838 aus den Fruchtsteinen der “Gelben Frühzwetsche gezogen, 1846 von ihm erstmals beschrieben und seinem Obstbaufreund Oberst Hartwiß in Nikita (Krim) gewidmet; in Oberösterreich selten

Fruchtmerkmale:

Fruchtmuster: ca.70-jähriger Hochstamm auf Sämling; Ernte 2019; Gemeinde Lasberg

Größe: mittelgroß; 38,2-42,1 mm hoch; 27,3-30,7 mm breit; 31,7-34,9 mm dick; 16,9-22,6 g schwer

Form: Vorderansicht: schmal oval bis oval; meist mit stumpf halsartigem bis zitzenförmigem Stielansatz; teils ungleichhälftig, stiel- bis mittelbauchig; Naht nicht bis mäßig auffällig, meist nicht eingefurcht; Seitenansicht: charakteristisch starke einseitige Wölbung (Bauch); Stempelseite: Stempelpunkt klein, hellbraun, meist aufsitzend

Haut: mitteldick, mittelgut abziehbar, mittelzäh, säuerlich, gering duftend; vollreif goldgelb mit teils geringer hell orange verwaschener Deckfarbe, dünn weißlich bereift

Stielbucht: flach, eng; Rand glatt

Stiel: kurz bis mittellang, 15-22 mm, dünn bis mitteldick, hellgrün und oft graubraun gesprenkelt

Fleisch: gelb bis orangegelb, mittelfest, mäßig saftig; säuerlich-süß, mittelstark gewürzt; meist gut steinlösend; Zuckergehalt: 13,8-14,8 °KMW; 67-72 °Oechsle; 15,8-16,9 °Brix

Fruchtstein: klein bis mittelgroß; Länge: 20,5-22,8 (ø 21,7) mm; Breite: 7,1 -8,4 (ø 7,5) mm; Dicke: 11,4-12,9 (ø 12,1) mm; Seitenansicht: unregelmäßig oval, schief verzogen, Stielansatz schmal ausgezogen und meist gegen Rücken gedreht; stempelwärts stärker verjüngt; gegen Bauchwulst mittelstark eingesenkt; Oberfläche glatt; Vorderansicht: schmal oval; Bauchwulst mittelbreit, flach, Mittelkamm selten und nur gering hervortretend; Rückenansicht: Rückenfurche sehr schmal

Reifezeit: mittelspät; am Standort Lasberg Mitte August

Baum Wuchs: mittelstark, Krone kugelig, später hoch kugelig

Verwendung: Tafel, Küche, Schnaps

Siegfried Bernkopf

Autor: Siegfried Bernkopf

Fotos: Siegfried Bernkopf

Kontakt: Dr. Siegfried Bernkopf, ARGE Streuobst; E-Mail: siegfried.bernkopf@aon.at

Literatur:


Liegel, G.: Hartwiß‘s gelbe Zwetsche, Vereinigte Frauendorfer Blätter, 212-213, Passau 1846
Liegel, G.: Hartwiß‘s gelbe Zwetsche, Beschreibung neuer Obstsorten – Die Pflaumen, 1. Heft, 43-44, Regensburg 1851
Oberdieck, J.G.C.: Hartwiß gelbe Zwetsche, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, 257-258, Stuttgart 1861
Lauche, W.: Hartwiss‘ gelbe Zwetsche; Deutsche Pomologie IV-3, Berlin 1882

Tag der Streuobstwiese 2022

Tag der Streuobstwiese 2022

Ideen & Tipps

Am Fr. 29. April 2022 findet (zum zweiten Mal) der „Tag der Streuobstwiese“ statt. Die ARGE Streuobst und der Umweltdachverband Österreich riefen diesen besonderen Tag ins Leben. Europaweit werden Streuobst-Initiativen, ObstverarbeiterInnen, Naturschutzorganisationen, Schulen, Tourismusregionen, PomologInnen, Baumschulen, Streuobst-Freunde u.v.m. Aktionen setzen, um auf die Streuobstwiesen als Ort der Biodiversität, der Obstvielfalt, der Erwerbsgrundlage, des Genusses und der Erholung und als wichtiger Teil der Kulturlandschaft aufmerksam zu machen.

Die ARGE Streuobst koordiniert diesen Aktionstag für Österreich. Der Kreativität bei der Umsetzung von Streuobst-Projekten sind keine Grenzen gesetzt. Ein paar Anregungen, was Sie an diesem Tag machen könnten, finden Sie hier:

Genussvolles

  • Streuobst-Gerichte und -Menüs (in Schulküchen, in der Gastronomie, bei touristischen Betrieben)
  • Streuobst-Markt
  • Most- und Saftverkostungen bzw. Produktpräsentationen (bei Betrieben, im Lebensmittelhandel, auf Märkten und Plätzen, bei Veranstaltungen usw.)
  • Tag der offenen Tür (Obstverarbeiter, Sortengärten, Bauernläden)

Kreatives

  • Fotowettbewerb (Obstbaum, Blüte, Streuobstwiese als Lebensraum usw.)
  • Videos oder Kurzfilme machen
  • Texte und Gedichte
  • Malen und Werken
  • Musik
  • Ausstellung

Wissenswertes

  • Vorträge, Kurse, Workshops, Lesungen, Diskussionen
  • Streuobstwiesen-Exkursionen (im eigenen Umfeld oder in Streuobst-Regionen)
  • Poster oder Steckbriefe (Obstarten, Obstsorten, Tiere und Pflanzen der Streuobstwiese)
  • Interviews (mit älteren Menschen, mit Experten, mit Menschen von der Straße)
  • Obstbaum-Kartierungen machen
  • Wo kommt mein Apfel / mein Obst her?
  • Historische Aufnahmen bzw. (regionale) Literatur rund um Streuobst sichten

Praktisches

  • Pflege von Streuobstwiesen (z.B. von verbrachenden Obstgärten)
  • Obstbaumpflanzungen
  • Wildbienen-Nisthilfen bauen
  • Nistkästen für Vögel bauen

Gemütliches

  • Obstblüten-Wanderungen oder -Radtouren
  • Picknick im Obstgarten

Manche Vorhaben setzen Sie besser im Herbst (Sortenverkostungen, Obstsorten-Ausstellung, Obstpress-Tag) oder Winter (Obstbaumschnitt) um.

Tipps zur Vorbereitung

Rechtzeitig mit der Planung beginnen. Was möchten Sie umsetzen? Wen und was brauchen Sie dazu? Was möchte ich erreichen? Welche Kosten entstehen und ist die Aktion finanzierbar?

Öffentlichkeitsarbeit

Machen Sie Fotos oder Videos von den Aktionen und informieren Sie (regionale) Medien darüber. Perfekt geeignet sind soziale Medien, um viele Menschen zu erreichen.

Mail: info@arge-streuobst.at

Facebook: ARGE Streuobst; https://www.facebook.com/groups/2889815457966700

Instagram: #tagderstreuobstwiese

www.arge-streuobst.at