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Autor: admin

ArtenReich Streuobstwiese

ArtenReich Streuobstwiese

Ein Mitmach-Projekt im Biosphärenpark Wienerwald

https://www.bpww.at/de/aktivitaeten/artenreich-streuobstwiese-ein-mitmach-projekt-im-biosphaerenpark-wienerwald

Streuobstwiesen sind wertvolle Naturflächen aus Menschenhand, deren ursprünglicher Sinn darin besteht, unser Vieh mit gutem Heu und uns Menschen mit frischem Obst zu versorgen. Fast „nebenbei“ haben sie sich dank dieser extensiven Nutzung über mehrere Jahrhunderte zu einem der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas und unverzichtbarem Landschaftselement unserer heutigen Kulturlandschaft entwickelt.

Heute gelten diese bedeutenden Ökosysteme jedoch als gefährdet, da viele Flächen in den vergangenen Jahrzehnten durch Nutzungsaufgabe, Flächenumwidmungen oder die Umwandlung in intensiv genutzte Obstplantagen verloren gingen.

Die Österreichischen Bundesforste setzen sich in Kooperation mit dem Biosphärenpark Wienerwald Management und mit Unterstützung des Landes Niederösterreich schon länger aktiv für den Erhalt dieser schützenswerten Kulturflächen ein. Im Wienerwald betreuen sie über 40 Streuobstwiesen, auf denen in den letzten zehn Jahren insgesamt rund 1.000 neue Obstbäume alter Sorten gepflanzt wurden. Diese werden regelmäßig gepflegt und gegen Wildverbiss geschützt. Auf den Wienerwaldwiesen wachsen vor allem Apfel- und Birnbäume, aber auch Kirsch-, Zwetschken- und Walnussbäume – hie und da sind auch seltene Mispeln oder Speierlinge zu finden. Der im Verlauf der Jahreszeiten wechselnde Blüten , Obst- und Samenreichtum sorgt für ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot für zahlreiche gefährdete Wildbienen, seltene Schmetterlinge wie Segelfalter oder Großer Fuchs und Wirbeltiere wie Igel oder Stieglitz. Die Baumhöhlen alter Obstbäume dienen wiederum Säugetieren wie Siebenschläfern oder Fledermäusen und Vögeln wie Wiedehopf, Wendehals oder Gartenrotschwanz als wertvolle Schlaf- bzw. Brutplätze.

Citizen Science – LaienforscherInnen unterwegs

Im mehrjährigen Citizen-Science-Projekt „ArtenReich Streuobstwiese“ wollen wir gemeinsam mit ehrenamtlichen LaienforscherInnen die artenreiche Tierwelt der Streuobstwiesen im Biosphärenpark Wienerwald erforschen. Die ForscherInnen besuchen hierfür an zumindest drei Tagen im Jahr zu unterschiedlichen Jahreszeiten ihre eigene oder eine ihnen zugeteilte Bundesforste-Wiese und halten dabei Ausschau nach für diesen Lebensraum typischen Tierarten. Diese werden auf einem einheitlichen Aufnahmebogen notiert.

Neben den Aufnahmebögen erhalten die LaienforscherInnen Bestimmungshilfen und Artensteckbriefe. Eine Einschulung im Freiland mit einem gemeinsamen Probedurchlauf soll die Qualität des Aufnahmeergebnisses sicherstellen. Weiters erfahren die ForscherInnen alles über richtiges Verhalten während des Aufenthalts auf der Streuobstwiese, z.B. wann und wie sie betreten werden darf.

Die für das Projekt herangezogenen Flächen wurden sorgfältig ausgewählt. Neben den Bundesforsten stellten bereits zu Projektbeginn weitere Grundeigentümer ihre Wiesen zur Verfügung, manche von ihnen sind sogar selbst als LaienforscherInnen unterwegs. Wer seine eigene Streuobstwiese einbringen möchte, ist eingeladen, mit der Projektleitung in Kontakt zu treten. Unbedingt zu beachten ist, dass kein(e) Projekt-teilnehmerIn eine Streuobstwiese ohne die Einwilligung des Grundeigentümers betritt.

Projektziele

Oberstes Ziel ist es, die Vielfalt auf Streuobstwiesen der Biosphärenpark-Region zu dokumentieren. Auf Basis der erhobenen Daten sollen Rückschlüsse auf den Zustand dieses wertvollen Ökosystems gezogen und bei Bedarf lebensraumverbessernde Maßnahmen entwickelt werden. Durch projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit soll aber auch die Bedeutung wertvoller Kulturflächen wieder ins Bewusstsein gerufen werden und so ein respekt- und rücksichtsvoller Umgang mit der Natur entstehen.

Maßnahmen zum Thema Streuobst der Österreichischen Bundesforste

In folgenden Revieren wurden Maßnahmen zum Thema Streuobst – auch das Mähen der Wiesen – und zum Pflegen und Setzen von Obstbäumen genannt.

· Weißenkirchen (Forstbetrieb Waldviertel)

· Eisenbergeramt (Forstbetrieb Waldviertel)

· Frauschereck (FB Traun-Innviertel)

· Sattl (Forstbetreib Styrtal)

· Mitterndorf (Forstbetrieb Inneres Salzkammergutl)

· Kemetgebirge (Forstbetrieb Inneres Salzkammergutl)

· Hallstatt (Forstbetrieb Inneres Salzkammergutl)

· Gosau (Forstbetrieb Inneres Salzkammergutl)

Lage und auch Kontaktdaten zu den Revierleitern finden Sie auf unserer Homepage:

https://www.bundesforste.at/betriebsstandorte.html

Besonders aktiv sind unsere Kollegen im Wienerwald und Burgenland, hier werden sie von unserer Kollegin Alexandra Wieshaider betreut.

Auch in der Steiermark rund um den Naturpark Steirische Eisenwurzen ist das Thema sehr präsent.

Apfelallergie Sortenliste 2020

Apfelallergie Sortenliste 2020

(BUND Lemgo)

Bereits 20 Prozent der Allgemeinbevölkerung in westlichen Ländern leiden unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit – Tendenz steigend.

Das Projekt des BUND Lemgo zum Thema Apfelallergie begann im Jahr 2005. Ziel ist es den betroffenen Allergikern zu helfen und damit gleichzeitig zum Erhalt alter Apfelsorten und des Lebensraumes Streuobstwiesen beizutragen. Dabei ist die pauschale Aussage „Apfelallergie“ eigentlich falsch. Richtig müsste es heißen, dass die Betroffenen auf bestimmte Apfelsorten, insbesondere Supermarktsorten, allergisch reagieren und nicht wie durch die Diagnose Apfelallergie zum Ausdruck kommt, dass es bei allen Apfelsorten zu allergischen Reaktionen kommt.

Uns melden Apfelallergiker die Apfelsorten die für sie verträglich sind und die unverträglich sind. Da ein hoher Gehalt an gesundheitsfördernden Polyphenolen anscheinend dazu führt, dass die Äpfel problemlos gegessen werden können, haben wir damit begonnen diesen Gehalt untersuchen zu lassen. Wir lassen nun Jahr für Jahr weitere Apfelsorten auf ihren Polyphenolgehalt hin untersuchen. Die Ergebnisse des Jahres 2018 zeigen nun, dass Wetterextreme enormen Einfluss auf die Ergebnisse haben. Leider haben wir keine Erkenntnisse, ob durch den gesunkenen Polyphenolgehalt auch die Verträglichkeit für Apfelallergiker abgenommen hat.

Die vollständige Liste 2020 zur Verträglichkeit und Unverträglichkeit finden Sie zum Download unter https://www.bund-lemgo.de/download/01_Apfelallergie_Plakat_2_Sortenliste2020_10.pdf

Kontakt:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
BUND-Ortsgruppe Lemgo
D-32657 Lemgo, Oberer Steinbrink 8
Tel.: ++49/(0)5266/679
Email: kontakt@bund-lemgo.de  

www.bund-lemgo.de

Edelreisertauschtag 2021 im OSOGO

Edelreisertauschtag 2021 im OSOGO

(Gabi und Klaus Strasser)

Zum Saisonauftakt 2021 Veredelungssaison öffnete der OSOGO im zeitigen Frühjahr seine Pforten für Experten und Interessierte Obstfreunde aus ganz Österreich und Deutschland. Die fachlich versierten Besucher können neben den etwa 3.000 verschiedenen Obstsorten im Sortengarten auch zahlreiche mittlerweile kaum mehr verfügbaren Edelreisern wählen, welche von den vielen angereisten Obst-Sammlern mitgebracht werden.

Dieser künftig jährlich immer am 1. Samstag im Februar organisierte „Reisertauschtag“, der abwechselnd im „OSOGO“ und im „Naturpark Obst-Hügel-Land“ veranstaltet wird, soll eine fixe Plattform zum Erfahrungsaustausch und Edelreisertausch für Sortenerhalter werden.

Interessierte können sich per E-Mail erinnern lassen – einfach anmelden bei OSOGO@gmx.at.

Kontakt:

Gabi und Klaus Strasser
OSOGO Obstsortengarten Ohlsdorf
A-4694 Ohlsdorf, Holzhäuseln 19
Tel: +43 7612/71877  oder Email: obstsortengarten@gmx.at   

www.obst-sorten.at

Wildbienen

Wildbienen

Es gibt in Österreich ca. 650 verschiedene Wildbienenarten, dazu gehören auch die Hummeln. Unser Verein beschäftigt sich besonders mit 2 Arten: der roten und der gehörnten Mauerbiene.

Warum gerade diese beiden?

Weil sie bei uns heimisch sind, und die angebotenen Nisthilfen besonders gerne annehmen.

  • Als sehr früh fliegende Art ist die gehörnte Mauerbiene ein guter Bestäuber für Steinobst (Kirsche, Zwetschke, Marillen…) und Erdbeeren. Sie fliegt je nach Schlupfdatum noch bis in die Blüte von Birne und Apfel hinein.
  • Die rote Mauerbiene hat ihre Hauptflugzeit um die Kernobstblüte ( Apfel, Birne, Quitte….).

Durch das Anbieten der Nisthilfen sichert man sich langfristig bessere Erträge durch Vergrößerung der ansässigen Population.
Am 17.10. in Kirchheim und am 18.10. im Mostviertel wurden die im Frühling in den Gärten aufgestellten Wildbienenkästen zerlegt gereinigt und die Kokos eingewintert.

Heuer fand diese Aktion auf Grund von Corona im kleinen Rahmen statt.

Fotos Hans Hartl

Weitere Informationen:

www.wildbienengarten.com

Edelreiser Schnitt- und Lagerung

Edelreiser Schnitt- und Lagerung

(Klaus Strasser OSOGO)

Um die sehr große Anzahl an Veredelungen in Europas sortenreichsten Obstsortengarten OSOGO (Obst-SOrten-Garten-Ohlsdorf) effektiv praktisch und einfach abwickeln zu können, haben wir uns intensiv mit der Optimierung des Edel-Reiserschnitts und deren optimalsten Lagerung befasst.

Ein optimales Edelreis ist der wichtigste Part zum Gelingen einer Veredelung!

Hier in einer Kurzfassung die wichtigsten Punkte:

Edelreiserschnitt:

  • Als Edelreis eignen sich die einjährig (letztjährig) gewachsenen Zweige eines Baums oder Strauchs
  • Das Reis sollte bleistiftdick und mindestens 50 cm lang sein
  • Die schönsten Reiser findet man meist in der oberen Kronenhälfte
  • Man schneidet in der absoluten Winterruhe der Pflanze, an frostfreien Tagen
  • Steinobstreiser (Zwetschke, Marille, Pfirsich, Kirsche, Weichsel.. ) müssen bis spätestens Ende Dezember geschnitten sein!! Ab Anfang Jänner geht Steinobst in „Saft“ und die Anwachsrate der Reiser nimmt extrem ab!
  • Kernobst (Äpfel, Birne) kann bis zum Knospentreiben (März/April) geschnitten werden
  • Baum zu Baum- Veredelung funktioniert nur bei Kernobst (> 95% Anwachsrate)

Edelreiserlagerung:

  • Die frisch geschnittenen Edelreiser müssen ca. 3 Tage in einer Garage oder Keller luftig gelagert werden um gut abgetrocknet zu sein!
  • Die Basis (ersten unterentwickelten Knospen) und die Spitze (letzten nicht verholzten Knospen) des Edelreis werden abgeschnitten
  • Der Rest wird in Stücke zu 10-15cm Länge geschnitten
  • Die Enden N I C H T (!!!) verschließen!! Dies würde die Haltbarkeit drastisch verkürzen!
  • Die (10-15cm langen) Stücke in 2 Lagen Zeitungspapier einrollen (auch umschlagen)
  • Die Zeitung reguliert die natürliche Feuchtigkeits-abgabe und verhindert Schimmelbildun
  • N I C H T (!!!) befeuchten!!!
  • Diese „Rollen“ in ein Plastiksackerl geben und einrollen (verhindert Flüssigkeitsverlust)
  • Beschriften (Sortenname) und mit Gummiringerl fixieren
  • Im Kühlschrank oder gutem Keller lagern bei ca. 0°C bis 12°C möglichst konstant – nicht schwankend!

Kernobstreiser sind so fast 2 Jahre verwendbar,
Steinobstreiser bis ca. August

Wir vom OSOGO wünschen Euch gutes Gelingen beim Veredeln! Edelreiser von ca. 2000 verschiedenen Sorten können bei uns geordert werden (Anfragen bitte bis Ende Dezember)! Eine genaue Anleitung zur Edelreiserlagerung könnt Ihr auf unserer Homepage ansehen – www.osogo.at

Depotdüngung im Obstgarten

Depotdüngung im Obstgarten

Obstbäume einfach, aber auch zielgerichtet düngen…
(Klaus Strasser OSOGO)

Es ist ein großer Irrtum, dass Obstbäume keine zusätzlichen Nährstoffe benötigen. Der Eindruck täuscht, im Boden sei ohnehin alles da, aus diesem holt sich der Baum was er für sich braucht – so eine weitverbreitete Ansicht. Man darf nicht unterschätzen, wie früchtetragende Bäume den Boden mit der Zeit kräftig auslaugen. Auch beste Böden werden einmal müde. Was zusätzlich dazukommt ist, dass es nicht überall sehr gute und ideale Böden gibt. Geographisch und lokal abhängig weisen Böden besondere spezifische Mangel an Nährstoffen, Spurenelementen und Mineralien auf. Bodenproben geben hier dazu mehr Auskunft.

Ebenfalls benötigen schwachwüchsige Unterlagen bzw. Bäume reichhaltige Nährstoff-zufuhr, da ihr kleines Wurzelsystem schlichtweg nicht in der Lage ist, alleinig die hohen Anforderungen an kräftigem und schönem Früchtewachstum nachzukommen.

In früheren Zeiten wurde viel Aufwand für die Pflege und Düngung der Obstbäume vorgenommen. Tierischer Mist, welcher reichlich vorhanden war, wurde in den Obststreuwiesen ausgestreut oder sogar teils eingegraben, um den Obstbäumen zusätzliche Nährstoffe zuzuführen. Tierischer Mist ist ein ganz wertvoller Dünger, dieser steht aufgrund des Wandels bzw. des Aufgebens der Landwirtschaften jedoch immer weniger zur Verfügung.

Andere Düngervarianten einzubringen ist der naheliegende Schritt. Es gibt Flüssigdünger, die sofort wirken, jedoch schwerstens zu dosieren sind. Zudem stellt die Flüssigdüngung bei unsachgemäßer Anwendung oder unpassenden Anwendungs-zeitpunkt eine Gefahr für das Grundwasser dar.

Dünger in Granulatform ist sicherlich die nächste Lösung, die ich persönlich auch favorisiere. Doch wie soll dies am besten erfolgen? Meine ersten Gehversuche starteten spontan mit einer Spatengabel, da sie bereits in der Gerätehütte bereitlag.

Spatengabel

Dazu wurde die Spatengabel kräftig eingestochen, dann mehrmals nach vorne und zurück bewegt und in diese entstandenen Hohlräume das Düngergranulat eingebracht. Das Ergebnis war, dass ausgerechnet das Bodengras viel zu üppig und kräftig wuchs was unerwünscht war. Der Dünger war nicht tief genug eingeführt, das Wurzelsystem des Grases naschte daher unverfroren mit.

Wie der Zufall will

So entstanden weitere Überlegungen, mit welchen anderen Methoden ließe sich der Dünger deutlich tiefer hinunterbringen? Dabei sollen einfache komfortable und doch günstige und unkomplizierte Werkzeuge zum Einsatz kommen.

Die sonst bekannten Erdlochbohrer, welche elektrisch oder auch mit Benzinmotor betrieben werden, beginnen ab 10cm bis 20cm Durchmesser und sind schlichtweg für diesen Zweck nicht zu gebrauchen. Zu wuchtig, zu groß und teuer sind diese Maschinen und ihrer Bohreinsätze. Sie eignen sich für das Vorbohren für Pfählen und dergleichen und das war es schon.

Der Zufall musste hier kräftig mitspielen und dann fand ich über einen skurrilen Umweg, endlich ein passendes Werkzeug, welches ausgerechnet aus dem Campingbereich stammt, zu entdecken. Ein Erdbohrer zum Aushub von Windstangen bzw. Einbringen von Bodenhülsen. Sofort bestellt und schicken lassen und nach den ersten Gehversuchen lassen sich ein lautes Hurra entlocken.

Erdbohrer
Dieser Erdbohrer ist 80cm lang und hat – das ist der springende Punkt – einen Sechskantstahl für die Aufnahme in das Bohrfutter handelsüblicher Akkubohrer. Damit ist man ungemein mobil und kann dies weitläufig auch in großen Gärten einsetzen. Der Durchmesser beträgt 3 oder 5cm.

Bild Hans Hartl

Mit diesem Erdlochbohrer lassen sich bei passenden Böden bis zu 60cm tief hinunterbohren. Anschließend werden Langzeitdünger in Granulatform eingebracht und mit dem Erdmaterial wieder verschlossen. Das Düngedepot ist so weit tief genug um die Wurzel der Bäume zu versorgen. Die letzten oberen 20-25 Zentimeter sollen mit der Erde angefüllt sein, sodass das oberirdische erdnahe Pflanzenwurzelsystem keine Chance mehr hat am Düngedepot mitzunaschen.

Bewährt hat sich der Erdbohrer mit 5cm Durchmesser, damit lassen sich Becher mit satten 250ml oder gar 330ml Inhalt Granulat Dünger einbringen. Der 3cm Bohrer ist mehr ideal für Beerensträucher.

Bei der Handhabung ist einiges zu beachten: Ausschließlich Akkubohrmaschinen nehmen und eher schwächere Modelle mit geringer Drehzahl. Elektrischer Bohrer über Kabel verfügt über viel zu viel Kraft. Eine zu starke Maschine führt zum Verreißen der Hand und dies kann unangenehm bis schmerzlich enden.

Am Erdbohrer selbst habe ich mittels farbigem Isolierband 30cm (schwarz), 40cm (grün) und 50cm (gelb) Abstandmarkierung angebracht zwecks Orientierung der Bohrtiefe. Mit Gefühl arbeiten und die Maschine mit dem Erdbohrer ständig leicht auf- und absenken, damit das Erdmaterial noch oben gelangen kann.

Schwierig bis unmöglich wird der Einsatz dieses Erdbohrers bei schottrigem und steinernem Boden.

Langzeitdünger

Sie haben den grossen Vorteil, dass sie sich langsam abbauen. Es dauert bis zu 3 Monate ehe sie sich zur Gänze aufgelöst haben. Die Bäume können die Nährstoffe passend zu ihrem Wachstum aufnehmen. Eine Überdüngung und somit der Auswaschung ist ausgeschlossen. So entgeht man der Gefahr, dass das Grundwasser verseucht wird.

Mir aktuell bekannte biologische bzw. organische Langzeitdünger in Granulatform sind in alphabetischer Reihenfolge: Bioadusol, Maltaflor Universal, Oscorna Bodenaktivator.

Depotdüngung? Warum

Mit dem Langzeitdünger steht den Obstbäumen und Beerensträuchern über einen längeren Zeitraum ein Nährstoff-, Mineral- und Spurenelementlieferant zur Verfügung. Gerade bei älteren Obstbäumen ist der Boden sehr verbraucht ist und neigt zur Vergreisung, wirkt diese Depotdüngung in Verbindung mit einem Baumschnitt wie ein Jungbrunnen.

Allgemein führt eine zielgerichtete Düngung zu einer verbesserten Stabilität, Gesundheit und Robustheit der Obstbäume sowie zu einer schönen Fruchtbildung.

Die Nährwurzeln der Obstbäume befinden sich im Traufenbereich der Baumkrone, daher rund um diesem Bereich in 1,5-3 Meter Abständen (abhängig vom Alter der Bäume) die Depotdüngung einbringen. Eine Düngung direkt am Stamm oder Stammesnähe ist völlig sinnfrei.

Wie oft soll man düngen?

Eine Nachfrage bei Klaus Strasser OSOGO, einem Obstbaumexperten: Erste Düngung Ende Februar für Wachstum und Fruchtbildung, eine zweite Düngung im Juli für den Blüten- und Fruchtansatz für das kommende Jahr.

Klaus Strasser
Bild Hans Hartl

20 Jahre Streuobst in Bayern

20 Jahre Streuobst in Bayern

Das Volksbegehren für mehr Artenvielfalt in Bayern (Rettet die Bienen) hat auch dem Thema Streuobst mehr Gewicht gegeben. Die Gesetze, die daraus entstanden sind, schreiben unter anderem vor, dass auch die Beratung dazu gestärkt werden muss. An allen Ämtern für Landwirtschaft wird es deshalb ab dem neuen Jahr auch eine/n Wildlebensraumberater/in geben, der/die auch das Thema Streuobst voranbringen soll.

Aufgrund der aktuellen Corona Situation in Bayern, haben wir uns dazu entschlossen, die seit Jahren beliebte Bio-Streuobsttagung im Frühjahr 2021 nicht durchzuführen, sondern erst 2022 wieder anzubieten. In unserem Saal könnten unter den derzeitigen Auflagen max. 20 Personen teilnehmen.

Wir werden dafür die Gelegenheit nutzen, bei einem ersten Treffen im Frühjahr 2021 an der LfL mit Praxisvertretern aus dem Streuobstanbau ein Praxisnetzwerk Streuobst zu initiieren. Dies soll vor allem der Beratung an den Ämtern für Landwirtschaft, aber auch Ihnen dienen, schneller Informationen zum Thema Streuobst in Bayern zu finden.

Ein weiterer Schritt dazu ist der Aufbau der Website: www.streuobst-in-bayern.de die zukünftig wichtige Informationen bündeln soll. Die Seite ist im Aufbau und wird vom Landesverband für Gartenbau und Landespflege umgesetzt.

Wir freuen uns auch, Ihnen mitteilen zu können, dass die Aktion Streuobst 2021 fortgesetzt wird und wir Sie bei Ihren Aktionen sowie den Streuobst-Schulwochen in gewohnter Weise unterstützen können. Nähere Informationen zu den Materialien und zur Anmeldung Ihrer Veranstaltung(en) erhalten Sie dann im neuen Jahr 2021 (Mitte Februar).

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Im Rahmen der Jubiläumsfeier der Aktion Streuobst ist auch ein schöner Film entstanden.

>> Film zum Aktion Streuobst-Jubiläum

Treffen mit Frau BM Köstinger

Treffen mit Frau BM Köstinger

Am 21.7.2020 traf sich die Arbeitsgruppe „Wertschöpfung“ der ARGE Streuobst mit Frau Bundesministerin Köstinger.

v.l.n.r Hans Hartl (ARGE Streuobst), NR Ing. Manfred Hofinger (Obstbaulehrer in LW Schule Otterbach), NR Hermann Gahr  (Maschinenring Tirol), Dipl.- Päd. Ing. Josef Breinesberger  AGRAR Plus  NÖ., Fr. BM Köstinger, Ing. Putz Manfred (GF Grünes Tirol), Vizeprä. LWK Salzburg Ök.-Rat Georg Wagner, Leopold Reikersdorfer (Mostbaron)

Nach der Vorstellung des neuen Obmanns der ARGE Streuobst war wesentlicher Inhalt der Besprechung die Möglichkeiten der Verbesserung der Streuobstunterstützung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, eine bessere Einbindung in das ÖPUL Programm und die Umsetzung der Bundesstrategie Streuobst.
Wir bleiben im Sinne der StreuobstproduzentInnen weiter in Kontakt und arbeiten daran, den Wert von Streuobst zu erhöhen.

Streuobstsorte des Jahres 2021 Achatzlbirne

Streuobstsorte des Jahres 2021 Achatzlbirne

Bild: Siegfried Bernkopf


Alten Bäuerinnen und Bauern des Lavanttales ist die Achatzlbirne zumindest dem Namen nach oder unter dessen lokalen Varianten, z.B. „Ahatzibirne“, noch ein Begriff. Auch in der alten pomologischen Literatur wurde die Sorte immer wieder erwähnt. So zum Beispiel taucht sie als „Achatzelbirne“ im Katalog der Reichsobstausstellung 1888 in Wien auf. Sie wird als spät reifende, reichlich und früh tragende Mostbirne ersten Ranges bezeichnet. Ebenso erwähnt wird sie um 1900 in der „Monographie des Lavanttales“ von C.F. Keller. Der Lavanttaler Obstbauverein beteiligte sich 1912 an der Reichs-Mostbirnenausstellung in Linz, eine „Achatzlbirne“ war mit dabei.

Verwunderlich ist, dass diese attraktive und wertvolle Mostbirnensorte in der Zeit nach 1945 bereits als verschollen galt. Grund dafür könnte die Schwachwüchsigkeit und kürzere Lebensdauer der Bäume sein. Erst im Herbst 1996 wurden einige wenige Bäume bei Sortenerhebungen im Lavanttal wieder aufgefunden und anschließend im Obst- und Weinbauzentrum der Landwirtschaftskammer Kärnten weiterveredelt und so erhalten.

Woher kommt der Name?

Der Name „Achatzl“ leitet sich weder vom Eichkätzchen noch von einem herzhaften Nieser ab. Er bezieht sich auf Matthias Achazel / Matija Ahacel od. Achatzl (1779-1845), einen Kärntner Universalgelehrten. Er war Lehrer für Mathematik, Landwirtschaft und Naturgeschichte am Klagenfurter Lyzeum, als Meteorologe Mitbegründer der Klimaaufzeichnungen in Kärnten und „Kanzler“ (Obmann) der Kärntner Landwirtschaftsgesellschaft (einer Vorläuferin der Landwirtschaftskammer). Er besaß in Viktring einen kleinen botanischen Garten mit einer Obstsortensammlung, der auch für Schulungen genutzt wurde. Mit der Herausgabe des slowenischen Werkes „Kärntnerische und steierische Lieder“, lieferte er auch einen bedeutenden Beitrag zur Kulturgeschichte und Sprachforschung.

Download: Folder und Langfassung

Streuobstanbau als immaterielles Kulturerbe

Streuobstanbau als immaterielles Kulturerbe

Streuobstinfo 1/2020

Der „Streuobstanbau“ könnte in Deutschland schon bald in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden. „Das immaterielle Kulturerbe steht für unsere lebendige Alltagskultur. Die Bewahrung dieses Erbes trägt dazu bei, dass gelebte Traditionen fortgeführt und weiterentwickelt werden, die das Selbstverständnis des deutschen Südwestens als Kulturland prägen“ sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski am Mittwoch (6. Mai) in Stuttgart. Gerade für zukünftige Generationen werde so das öffentliche Bewusstsein für diese Traditionen gestärkt.

„Baden-Württemberg hat mit mehr als 100.000 Hektar Streuobstwiesen europaweit die bedeutendsten Streuobstbestände. Mit rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa und sind wertvolles Gen-Reservoir für rund 3.000 Obstsorten. Streuobstwiesen sind auch touristisch attraktive Kulturlandschaften, die das baden-württembergische Landschaftsbild prägen“, so Olschowski weiter. Dem Streuobstanbau komme daher nicht nur als Kulturform große Bedeutung zu.

Weitere Informationen:

Die Einreichung der Anerkennung wird vom Verein Hochstamm Deutschland e.V. vorangetrieben. Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe soll bei den Streuobstwiesen für die dringend benötigte Aufmerksamkeit sorgen und mit dazu beitragen, die Natur sowie die Streuobstkultur und das damit verbundene Wissen zu erhalten. Der Antrag hat bereits die erste Hürde in Baden-Württemberg (Vereinssitz) genommen und muss sich nun vor einem bundesweiten Expertengremium der UNESCO behaupten.

www.hochstamm-deutschland.de

Der Streuobstanbau in Deutschland als Archiv kulturellen Erbes“, Bewerbung des Vereins Hochstamm Deutschland. e.V.
Der Streuobstanbau ist eine länderübergreifende Kulturform, deren Wert vor allem im Wissen und Weitergeben und in traditionellen Anbau- und Bewirtschaf- tungstechniken, weniger in gesellschaftlichen Bräuchen liegt. Hier wird vom Baumschnitt bis zum Mostrezept ein breites Repertoire an traditionellen Praktiken und Wissen eingesetzt und weitergegeben. Beim Streuobstanbau handelt es sich um ein weit über Deutschland hinausreichendes, länderübergreifendes Kulturphänomen.