Empfohlen
Tag der Streuobstwiese

Tag der Streuobstwiese

Internationaler „Tag der Streuobstwiese“ am 30. April 2021

Auf Initiative der ARGE Streuobst und des Umweltdachverbandes wird am Freitag 30. April europaweit der erste „Tag der Streuobstwiese“ stattfinden. Damit soll die Bedeutung der Streuobstwiesen für die Tier- und Pflanzenwelt und die Gesellschaft in ganz Europa hervorgehoben werden.

In Zukunft wird der „Tag der Streuobstwiese“ jeweils am letzten Freitag im April seinen Platz im Kalender finden. Um diese Jahreszeit stehen in vielen Regionen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz sowie unter anderem auch in der Bretagne, der Normandie, in Luxemburg und in Slowenien die Streuobstbäume in Blüte. Europaweit werden Streuobst-Initiativen, ObstverarbeiterInnen, Naturschutzorganisationen, Schulen und Tourismusregionen diesen Tag nutzen, um auf die Streuobstwiesen als Ort der Biodiversität, der Obstvielfalt, der Erwerbsgrundlage, des Genusses und der Erholung und als wichtiger Teil der Kulturlandschaft aufmerksam zu machen.

Streuobstwiesen sind „Hot Spots“ der biologischen Vielfalt

Mit über 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Nach Schätzungen gibt es allein in Österreich mehr als 3.000 verschiedene Obstsorten. Diese Vielfalt ist nur mehr auf den traditionellen Streuobstwiesen zu finden. In Deutschland wurden Streuobstwiesen kürzlich in die Liste des „Immateriellen Kulturerbes“ aufgenommen.

Schützen durch Nützen

Streuobstbestände sind als Teil der Kulturlandschaft vom Menschen geschaffen und ihr Weiterbestand ist nur gesichert, wenn sie gepflegt und bewirtschaftet werden. Der Streuobstbau ist nachhaltig, klima- und ressourcenschonend und erbringt viele Leistungen für die Allgemeinheit: Er ist landschafts- und ortsbildprägend, identitätsstiftend, schafft und erhält Lebensräume für Pflanzen- und Tiere und dient der Erholung und dem Tourismus. Der Streuobstbau ist wesentlich für die Erhaltung der Biodiversität und der Sortenvielfalt im Obstbau. Die Produktion von Obst und die Nutzung der Wiese dienen sowohl als Einkommensquelle als auch der Selbstversorgung. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist ein Gleichgewicht zwischen Ökologie, sozialer Gerechtigkeit und Ökonomie anzustreben. Die Erhaltung und Bewirtschaftung der Streuobstbestände sollen daher auch ein entsprechendes Einkommen ermöglichen.

Streuobstwiesen sind akut gefährdet

Vor 1960 gab es in Österreich noch ca. 35 Mio. großkronige Obstbäume in der Landschaft. Heute sind nur mehr ca. 4,5 Mio. Bäume vorhanden und der Rückgang hält an. Die Streuobstbäume sind oft überaltert, in einem schlechten Zustand, wenig gepflegt und es fehlt an Nachpflanzungen, die den Streuobstbau langfristig sichern. Mit dem Rückgang der Obstbäume ist ein enormer Verlust an Lebensräumen und an Vielfalt in der Kulturlandschaft einhergegangen. Für eine Trendumkehr ist es hoch an der Zeit!

cc-by-sa-3.0-de allwiki@ulrich-tichy.de

Die Streuobstwiese

Die Streuobstwiese

Prachtvoll blühende Obstbäume, aus deren mächtigen Kronen das Summen der Bienen und munteres Vogelgezwitscher klingt, bunte Blumenwiesen und saftig-süße Früchte – Streuobstwiesen sind einfach paradiesisch.

Seit Jahrhunderten gehören Streuobstwiesen und Obstbaumalleen als traditionelle Form des Obstanbaus zum typischen Bild unserer bäuerlichen Kulturlandschaft. Als breiter Grüngürtel umgeben sie Bauernhöfe und Ortschaften, in der Feldflur sowie entlang von Wegen und Straßen gliedern und verschönern sie die Landschaft.

Was sind Streuobstwiesen?

Auf Streuobstwiesen stehen großkronige Obstbäume unterschiedlichen Alters und Größe locker und oft wie zufällig verstreut. Bunt gemischt gedeihen hier Apfel- und Birnbäume neben Kirschen-, Zwetschken-, Walnuss-, Quitten- und Mispelbäumen, jeweils in regionaltypischen Sorten.

Hot Spot der Biologischen Vielfalt

Mit mehr als 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, die hier eine Heimat finden können, zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Vor allem das reiche Nahrungsangebot (Blüten, Blätter, Gräser, Kräuter oder Früchte) lockt die verschiedensten Tiere wie Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten in die Streuobstwiese. Das üppige Vorkommen von Kleinlebewesen ist Lebensgrundlage für viele Vogelarten wie Grünspecht, Star und Wendehals. Auch Hermelin, Igel, Feldhase und andere Säugetiere sind hier zu Hause. Die Baumhöhlen alter Obstbäume sind Brutplatz für Steinkauz, Gartenrotschwanz und Wiedehopf – wenn sie nicht schon von Hornissen, der Bechstein-Fledermaus oder dem Siebenschläfer besetzt sind.

Welche Funktion erfüllen Streuobstwiesen?

Neben der ökologischen Funktion als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, erfüllen Streuobstwiesen weitere wichtige Aufgaben:

  • Streuobstwiesen gliedern die Kulturlandschaft, prägen und verschönern das Landschaftsbild und machen es zu einem Ort der Ruhe und Erholung.
  • Sie bremsen den Wind und wirken ausgleichend auf das Klima. Ihre Wurzeln verhindern die Bodenerosion und sind nützlich bei Feldern in Hanglage.
  • Der Unterwuchs vermindert die Auswaschung von Nährstoffen in tiefere Bodenschichten und damit helfen sie beim Grundwasserschutz.
  • Durch die Vielfalt an Obstsorten, sind sie Informationsträger für die Nutzpflanzenzucht (in Österreich gibt es etwa 400 bis 500 Apfelsorten und mehr als 100 Birnensorten)
  • Sie liefern gesundes, vitaminreiches Obst für den Menschen und Futter für Haustiere. Außerdem kann man aus geerntetem Obst geschmackvolle Produkte herstellen.  

Wie werden Streuobstwiesen genutzt?

Die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen ist durch den hohen Aufwand bei Pflege und Ernte oft sehr zeit- und arbeitsintensiv. Es muss zuerst darauf geachtet werden, dass die Bäume beim Mähen der Wiese keinen Schaden nehmen. Dazu kommt, dass die oft steilen Hänge oder der unregelmäßige Bewuchs den Einsatz moderner Erntemaschinen erschweren. Obwohl es durch den Einsatz von Obstsammelmaschinen leichter geworden ist, muss das meiste Obst händisch geklaubt werden. 
Aber die Mühe lohnt sich alle Mal! Das geerntete und gesammelte Obst kann auf vielfältige Weise genützt werden: als Tafelobst, zur Herstellung von Saft, Most und Schnaps, Marmelade, Mus oder Kompott, als auch Dörrobst.   

Warum sind Streuobstwiesen gefährdet?

Durch geänderte Anbaumethoden, vor allem aber durch Billigimporte von Obst für die Fruchtsafterzeugung aus dem Ausland sowie durch die hohe Arbeitsintensität im Streuobstwiesenanbau ist dieser Lebensraum bei uns heute stark gefährdet. Viele Obstbäume mussten dem Siedlungsdruck oder Verkehrswegen weichen. Ebenso gilt der Umbruch in Ackerland oder der Übergang zur Intensivwiesennutzung als Grund für den Rückgang dieser Landschaftsform. Zwischen 1965 und 2000 gingen die Streuobstflächen in Mitteleuropa schätzungsweise um 70% zurück! In den letzten Jahren konnte der Rückgang durch Fördermaßnahmen verringert werden.  

Wie kann ich Streuobstwiesen schützen und erhalten?

Jeder kann persönlich zur Erhaltung des „Lebensraums Streuobstwiese“ einen Teil beitragen:

  • Alte, höhlenreiche Obstbäume erhalten
  • Dürre Äste sowie Alt- und Totholz an Bäumen belassen
  • Streuobstwiesen neu anlegen
  • Regionaltypisch Obstbaumsorten pflanzen
  • Regionale Streuobst-Produkte kaufen  

Weiterführende Links: 

http://www.naju-wiki.de/index.php/Streuobstwiese

Der Artikel wurde uns dankenswerterweise vom Naturpark Obsthügelland zur Verfügung gestellt. https://obsthuegelland.at/

Streuobstsorte des Jahres 2021 Achatzlbirne

Streuobstsorte des Jahres 2021 Achatzlbirne

Bild: Siegfried Bernkopf


Alten Bäuerinnen und Bauern des Lavanttales ist die Achatzlbirne zumindest dem Namen nach oder unter dessen lokalen Varianten, z.B. „Ahatzibirne“, noch ein Begriff. Auch in der alten pomologischen Literatur wurde die Sorte immer wieder erwähnt. So zum Beispiel taucht sie als „Achatzelbirne“ im Katalog der Reichsobstausstellung 1888 in Wien auf. Sie wird als spät reifende, reichlich und früh tragende Mostbirne ersten Ranges bezeichnet. Ebenso erwähnt wird sie um 1900 in der „Monographie des Lavanttales“ von C.F. Keller. Der Lavanttaler Obstbauverein beteiligte sich 1912 an der Reichs-Mostbirnenausstellung in Linz, eine „Achatzlbirne“ war mit dabei.

Verwunderlich ist, dass diese attraktive und wertvolle Mostbirnensorte in der Zeit nach 1945 bereits als verschollen galt. Grund dafür könnte die Schwachwüchsigkeit und kürzere Lebensdauer der Bäume sein. Erst im Herbst 1996 wurden einige wenige Bäume bei Sortenerhebungen im Lavanttal wieder aufgefunden und anschließend im Obst- und Weinbauzentrum der Landwirtschaftskammer Kärnten weiterveredelt und so erhalten.

Woher kommt der Name?

Der Name „Achatzl“ leitet sich weder vom Eichkätzchen noch von einem herzhaften Nieser ab. Er bezieht sich auf Matthias Achazel / Matija Ahacel od. Achatzl (1779-1845), einen Kärntner Universalgelehrten. Er war Lehrer für Mathematik, Landwirtschaft und Naturgeschichte am Klagenfurter Lyzeum, als Meteorologe Mitbegründer der Klimaaufzeichnungen in Kärnten und „Kanzler“ (Obmann) der Kärntner Landwirtschaftsgesellschaft (einer Vorläuferin der Landwirtschaftskammer). Er besaß in Viktring einen kleinen botanischen Garten mit einer Obstsortensammlung, der auch für Schulungen genutzt wurde. Mit der Herausgabe des slowenischen Werkes „Kärntnerische und steierische Lieder“, lieferte er auch einen bedeutenden Beitrag zur Kulturgeschichte und Sprachforschung.

Download: Folder und Langfassung

Frageaktion des Allergiezentrums der Berliner Charité

Frageaktion des Allergiezentrums der Berliner Charité

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund von Rückmeldungen gibt es bei einer Reihe von Personen mit Kreuzallergie positive Ergebnisse zur Toleranzentwicklung bei allen Apfelsorten und sogar bei Problemen mit Heuschnupfen und bei Personen mit einer Nussallergie. Auf unseren Vorschlag hin startet nun das Allergiezentrum der Berliner Charité, vertreten durch Professor Dr. Karl Christian Bergmann, eine Befragungsaktion.

Die Fragebogenaktion läuft bis zum 31. Mai 2021, damit Sie genügend Zeit haben entsprechende Tests durchzuführen und um festzustellen, wie sich der regelmäßige Konsum von verträglichen Apfelsorten auf bisher unverträgliche Sorten, Heuschnupfen und Allergien bei Kirschen und Nüssen auswirkt. Die Informationen für den Test zu den bisher von Apfelallergikern als verträglich eingestuften Apfelsorten finden Sie hier 

https://www.bund-lemgo.de/apfelallergie.html

Der Fragebogen ist als pdf-Datei angehängt. Einfach herunterladen und die Angaben direkt am Computer in den Fragebogen eingeben. Falls Sie zu den Fragen schon jetzt Angaben machen können, können sie ihn auch direkt einsenden oder auch sobald sie eigene Erfahrungen gesammelt haben, spätestens bis Ende Mai 2021. Die Rücksendung kann wie im Fragebogen angegeben per Email oder per Post erfolgen. Mit dem Ergebnis hoffen wir mehr Informationen zur Verträglichkeit von Apfelsorten und zu möglichst positiven Auswirkungen auf Kreuzallergien zu erhalten und letztendlich weiteren Allergikern wertvolle Hinweise geben zu können.

Wir haben die Absicht nach und nach weitere Apfelsorten auf den gesundheitsfördernden Polyphenolgehalt hin untersuchen zu lassen. Dies ist aber mit erheblichen Kosten verbunden. Wenn Sie etwas zur Finanzierung des Projekts beitragen möchten, einfach BUND-Mitglied werden. Aufnahmeantrag siehe hier

https://www.bund-lemgo.de/infomaterial_-_Mitgliedschaft.html

Für Ihre Unterstützung im Voraus recht herzlichen Dank

Gruß Willi Hennebrüder, Leitung Projekt Apfelallergie

BUND Lemgo

Streuobst-Info 1/2019

Streuobst-Info 1/2019

Inhalt

Aktivitäten der ARGE Streuobst

12.04.19: ARGE-Streuobst Jahreshauptversammlung, Hallwang, Slzbg.

Fachinfos und Projekte

  • Obstbaumpflanzaktion im Biosphärenpark Wienerwald, NÖ
  • Das Naturparkjahr im Obst-Hügel-Land
  • Naturpark Mühlviertel ist „Naturpark des Jahres“ 2019
  • Edelreisertauschtag 2019 im OSOGO
  • Bund Lemgo Apfelallergie Sortenliste 2019
  • Blauracke in Österreich vom Aussterben bedroht
  • Schutzprojekt für den Kiebitz im Naturpark Obst-Hügel-Land
  • Insektensterben in Österreich
  • Petitionen gegen Bienen- und Insektensterben in Österreich
  • Weltzustandsbericht über landwirtschaftliche Vielfalt
  • Biodiversität im Weinbau

Bücher, Neuerscheinungen, Rezensionen

  • Schriftenreihe Kulturpflanzen in der Schweiz
  • Natura 2000 – Zurück in die Zukunft. Herausforderungen und Perspektiven


Streuobstinfo 3/18

Streuobstinfo 3/18

Ausgabe 3/18, Dez. 2018

  • Streuobstsorte des Jahres 2019: Roter Spenling
  • Wettbewerb „Die schönsten Streuobstwiesen Österreichs“ war ein großer Erfolg
  • Die ARGE Streuobst bei der Europom 2018 in Troys
  • Bericht über den Internationalen Streuobsttag 2018 im Schneebergland, NÖ

Fachinfos und Projekte

  • Die Arten der „Natur des Jahres 2019“
  • Nachlese zum Obstbaumtag 2018 im Wienerwald
  • Arche Noah „Mostbirnen Vielfalt auftafeln“
  • ARGE Zukunft Edelkastanie – Erhaltung und Förderung der Kultur rund um die Edelkastanie  Daten und Fakten rund um die Edelkastanie
  • „Zurück zum Ursprung“ engagiert sich für heimische Bio-Streuobstbauern
  • Arche Noah Wunschveredelung von Obstbäumen
  • Obstbäume an der Straße – rechtliche Hinweise der Landwirtschaftskammer
  • WWF zum Artenschwund Living Planet Report
  • Petition gegen die Entmachtung der Umweltanwaltschaften in Österreich

Bücher, Neuerscheinungen, Rezensionen

  • Buch „600 alte Apfel- & Birnensorten neu beschrieben“
  • Buch „Die Edelkastanie – Waldbaum und Obstgehölz“
  • ÖNB-Broschüre Reptilien
  • Bildhandbuch „Europas Greifvögel“
  • Buch „Artenschutz duch Habitatmanagement“

Terminvorschau 2019

  • 12.04.19: ARGE-Streuobst Jahreshauptversammlung, Hallwang, Slzbg.
  • 02.-03.05.19: 2. Int. Streuobstkongress BIRNEN.LEBEN, Stift Seitenstetten, NÖ
  • Sept. 19: Arche Noah „Mostbirnen Vielfalt auftafeln“ – Sortenausstellung
  • 11.-13.10.19: Wiener Herbsttage Österr. Gartenbaugesellschaft u. Bundesgärten, Burggarten, Wien
  • 19.-20.10.18: Europom 2019, Alden Biesen, Belgien
  • Nov. 19: Arche Noah „Mostbirnen Vielfalt auftafeln“ – Messe mit Mostbirnen-Produkten
Streuobstinfo

Streuobstinfo

Das Streuobstinfo dient der Vernetzung aller am Streuobstbau und der Erhaltung obstgenetischer Ressourcen Interessierten. Es berichtet über laufende Aktivitäten und Projekte, neue Obstprodukte und aktuelle Termine aus Österreich und den angrenzenden Gebieten.

Der Rundbrief erscheint seit 2002 drei- bis viermal jährlich und wird ausschließlich per e-mail verschickt. Ursprünglich war das Info als Newsletter geplant, mittlerweile hat es mit einem Umfang mindestens 25 Seiten pro Ausgabe die Dimension eines  „Elektronischen Streuobst Magazins“ erreicht.

Interessierte werden gerne in den Verteiler aufgenommen!
Falls Sie das Streuobstinfo zugesendet erhalten wollen, melden Sie sich in der rechten Spalte zum Newsletter an.

Ältere Ausgaben der Streuobstinfo: